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Aktuelles



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Freitag, 4. März 2016


Chikungunya ("Das Zusammenkrümmen"), Dengue ("Breakbone Fever") und in letzter Zeit auch Zika (nach einem Waldstück in Uganda benannt) breiten sich durch den internationalen Reiseverkehr weltweit aus. Die Symptome ähneln sich, es kommt zu Fieber, manchmal Schüttelfrost, meist schweren Kopf- und Gelenkschmerzen, oft schwerer Abgeschlagenheit, manchmal Bindehautentzündung oder Hautausschlag. Das Zika-Virus steht im Verdacht, Kinder im Mutterleib zu schädigen.

Zika- und Dengue-Virus gehören zur selben Familie wie das Gelbfieber-Virus. Gegen Gelbfieber gibt es eine sehr zuverlässige und gut verträgliche Impfung, gegen die anderen Verwandten leider noch nicht.

Notwendig sind deshalb gute Mückenschutzmaßnahmen zur Vorbeugung - sowohl am Tag als auch in der Nacht. Geeignet sind hautbedeckende Kleidung, Moskitonetze, mückenabweisende Lotionen oder Sprays (Wirkstoffe: DEET oder Icaridin). Schwangere sollten Reisen in Zikavirus-Ausbruchsgebiete nach Möglichkeit vermeiden.




Samstag, 6. Februar 2016


Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat für Feinstaub (PM10) einen Grenzwert von 20 μg/m³ im Jahresmittel festgelegt. Dieser wird in vielen Städten der Welt regelmäßig um ein Vielfaches überschritten. Besonders betroffen sind Ballungsräume in Indien, China, der Mongolei, in Brasilien sowie in einigen Ländern des Nahen Ostens und Afrikas.

Was tun?

  • Bei Reisen nur kurze Aufenthalte in stark smogbelasteten Metropolen einplanen, soweit möglich.
  • Viel in Innenräumen aufhalten.
  • Nach Möglichkeit für Innenräume Luftfilter einsetzen (Wichtig ist die regelmäßige Wartung).
  • Körperliche Anstrengungen und Sport im Freien vermeiden.
  • Im Freien Partikelfiltermasken FFP tragen. Diese müssen sehr dicht am Gesicht anliegen. Einfache Hygienemasken bieten keinerlei Schutz vor Feinstaub.

Mehr zum Thema Feinstaub beim Umweltbundesamt.




Samstag, 14. November 2015


Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Harvard Medical School widerlegt die Vorstellung, durch fettarme Ernährung könne man besonders effizient abnehmen.

Wissenschaftlich gebe es dafür keinen Beleg, sagt die Autorin Dr. Deirdre Tobias. Um etwas gegen die "Epidemie des Übergewichts" zu tun, müsse man über die Nahrungsbestandteile Fett, Kohlehydrate und Eiweiß hinaus blicken, und sich zum Beispiel darum kümmern, ob und wie eine Diät langfristig durchgehalten werden kann.

Eine Zusammenfassung der Originalarbeit von D. Tobias et al. findet sich hier.




Samstag, 28. März 2015


Bis Herbst 2015 soll die deutsche Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) erneut überarbeitet und komplett an die EU-CLP-Verordnung (Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures) angepasst werden. Bei den anstehenden Änderungen gibt es zwei Schwerpunkte: Zum einen der Schutz von Beschäftigten bei der Schädlingsbekämpfung und Begasung (Anwendung von Bioziden); zum anderen die Krebsprävention bei der Arbeit.

Für krebserzeugende Stoffe wird ein Konzept zur Risikobewertung eingeführt. Es enthält unter anderem zwei neue Begriffe: Akzeptanzkonzentration und Toleranzkonzentration. Wird die Akzeptanzkonzentration überschritten, müssen Schutzmaßnahmen getroffen werden. Ein Überschreiten der Toleranzkonzentration ist grundsätzlich nicht zulässig, die Belastung der Beschäftigten muss unverzüglich abgesenkt werden.

Der Gesundheitsschutz soll mit der novellierten GefStoffV noch besser in die betriebliche Organisation eingebunden werden, unter anderem durch die stärkere Beteiligung der Arbeitnehmervertretung; und das Sicherheitsbewusstsein der Beschäftigten soll geschärft werden.

Aktuelles zum Thema unter www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/Gefahrstoffe.html




Dienstag, 20. Januar 2015


Gesundheitsvorsorge ist wichtig und sinnvoll, keine Frage. Aber manche angebliche Früherkennung bringt keine nützlichen Erkenntnisse, sondern eher unbegründete Sorge. Und nicht jede Behandlung eines Laborbefunds verbessert die Chancen, gesund zu bleiben, sondern hat vielleicht belastende Nebenwirkungen. Auch bei der Prävention sollte man also die Fakten sorgsam prüfen und evidenzbasiert entscheiden.

James McCormack hat auf Youtube ein paar pfiffige Videos zu Gesundheitsthemen veröffentlicht - unter anderem "Choosing Wisely".




Dienstag, 21. Oktober 2014


Personen mit einer hohen Arbeitsbelastung und gleichzeitig niedriger Kontrolle über die verrichteten Tätigkeiten haben ein etwa 45 Prozent höheres Risiko für Typ-2-Diabetes.

„Die Wissenschaft meint hier nicht den „normalen Jobstress“, sondern die Situation, wenn Betroffene die Arbeitsanforderungen als sehr hoch einschätzen und gleichzeitig über geringe Handlungs- und Entscheidungsspielräume verfügen. Diese beiden Dimensionen haben wir in unseren Befragungen ausführlich erfasst“, erklärt Studienleiter Karl-Heinz Ladwig vom Helmholtz Zentrum München. „Angesichts der massiven gesundheitlichen Folgen von stressassoziierten Erkrankungen sollten präventive Maßnahmen gegen Volkskrankheiten wie Diabetes daher auch an diesem Punkt ansetzen.“




Mittwoch, 8. Oktober 2014


Die echte Grippe (= Influenza) ist nicht zu verwechseln mit einem einfachen grippalen Infekt, auch wenn dieser häufig als „Grippe“ bezeichnet wird. Die Krankheit verläuft in einem Drittel der Fälle schwer, die häufigste Komplikation ist eine lebensbedrohliche Lungenentzündung.

Die Influenza-Viren werden hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen, z.B. beim Anhusten oder Anniesen des Gegenübers. Es kann jedoch auch über die Hände und verunreinigte Gegenstände zu einer Weitergabe von Viren kommen. Die Influenza führt oft zu einer Epidemie (viele Menschen erkranken) oder Pandemie (weltweit ausgedehnte Epidemie). Bei gewöhnlichen Verläufen rechnet man in Deutschland mit 5.000 bis 8.000 Influenza-Todesfällen pro Jahr - hiervon sind hauptsächlich ältere und immunschwache Menschen betroffen.

Da sich die Influenza-Viren ständig verändern, ist auch jedes Jahr eine neue Impfstoffzusammensetzung und eine erneute Impfung notwendig. Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Influenza für:

• Personen mit erhöhter beruflicher Gefährdung (Publikumsverkehr) • Personen mit Gefährdung durch ein gesundheitliches Grundleiden • Schwangere ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel • Personen, die von ihnen betreute Risikopersonen anstecken könnten • Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen

Viele Bundesländer (z. B. Baden-Württemberg) empfehlen die Grippeschutzimpfung generell für alle Erwachsenen.

Häufig gestellte Fragen und Antworten zur saisonalen Influenzaimpfung




Montag, 5. Mai 2014


Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales beschreibt Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz nicht nur als hohes persönliches Gut, sondern auch als eine Grundvoraussetzung für Beschäftigungsfähigkeit. Das Ministerium nennt vor allem drei Themenfelder, die sich ergänzen:

1. Technischer, Medizinischer und Sozialer Arbeitsschutz

2. Erhalt und Förderung der Gesundheit im betrieblichen Kontext

3. Erhalt oder Wiederherstellung der Beschäftigungsfähigkeit bis zum altersbedingten Ausscheiden aus dem Erwerbsleben

Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Gesundheit am Arbeitsplatz




Freitag, 17. Mai 2013


Wir leben länger. Wir werden weniger. Wir werden vielfältiger. Drei Megatrends und gleichermaßen drei Handlungsfeldern widmen die Forschungsinitiative 'Wissenschaft im Dialog (WiD)' und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Jahr 2013 besondere Aufmerksamkeit.

Zur Forschungsagenda gehören unter anderem die Fragen: In welcher Gesellschaft wollen wir künftig leben? Wie bringen wir uns auch im Alter in Wirtschaft und Gesellschaft ein? Wie bleiben wir länger gesund?

Für die Arbeitswelt bringt der demografische Wandel tiefgreifende Veränderungen mit sich. Das haben mittlerweile nicht nur Forscher erkannt, sondern auch viele Manager und Unternehmer. Auf der Website www.demografische-chance.de finden sich Statements aus Wissenschaft und Praxis. Spezielle Dossiers behandeln die Themen 'Arbeitswelten' sowie 'Gesundheit und Pflege'.




Freitag, 28. Dezember 2012


Die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) widmet sich vier strategischen Themenfeldern: Personalführung, Chancengleichheit und Diversity, Gesundheit sowie Wissen und Kompetenz. Die entscheidende Frage für die INQA ist dabei: Wie kann Arbeit für Unternehmen rentabel und für Beschäftigte gesund, motivierend und attraktiv gestaltet werden?

Ob und wie sich Unternehmen um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter kümmern, spielt dabei eine wichtige Rolle. Angesichts alternder Belegschaften, längerer Lebensarbeitszeit, dem Wettbewerb um Fachkräfte, zunehmend komplexer Arbeitsprozesse und der Pluralisierung von Lebensläufen profitiere das Unternehmen als Ganzes, so die INQA, von einem ganzheitlich ausgerichteten Gesundheitsmanagement: durch weniger Personalfluktuation, engagierte Mitarbeiter und weniger krankheitsbedingte Fehlzeiten. Wenn die Arbeit auf der Grundlage arbeits- und gesundheitswissenschaftlicher Erkenntnisse gestaltet werde, seien deutliche Produktivitätssteigerungen möglich. Die Attraktivität des Arbeitgebers nehme zu. Gesundheit sei mehr als Unfallfreiheit und Anwesenheit im Betrieb.

Auf ihren Internetseiten bietet die INQA eine ganze Reihe von Handlungshilfen, Checklisten, Leitlinien und Konzepten, etwa einen Test zur Standortbestimmung im demographischen Wandel oder den Unternehmenscheck "Guter Mittelstand". Die INQA wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert.




Samstag, 27. Oktober 2012


Das "break bone fever", wie das Dengue- oder Dandy-Fieber auch genannt wird, zählt hierzulande noch zu den seltenen und importierten Infektionskrankheiten. Hin und wieder kommt es aber auch in europäischen Regionen vor, wie jetzt auf der portugiesischen Urlaubsinsel Madeira (www.aerzteblatt.de).

Das Dengue-Fieber ist eine Viruserkrankung, die durch Stechmücken (vor allem Aedes aegypti) übertragen wird. Symptome sind neben dem Fieber vor allem sehr starke Muskel- und Gelenkschmerzen. Schwere Verlaufsformen, die zu inneren Blutungen und zum Dengue-Schocksyndrom führen können, treffen meist - auf Grund wiederholter Infektionen - die einheimische Bevölkerung in den Tropen und Subtropen rund um den Globus. Die Gesamtzahl der jährlichen Erkrankungen wird auf 30 bis 60 Millionen geschätzt. Die Krankheit hat sich in den letzten Jahren weltweit stärker ausgebreitet, nicht zuletzt wohl durch den internationalen Reiseverkehr. Bei Reisenden wurden die meisten Fälle bisher nach Aufenthalten in Südostasien und in der Karibik beobachtet (www.fit-for-travel.de).

Obwohl eine Therapie nur symptomatisch möglich ist, kann sie bei ernstem Krankheitsverlauf lebensrettend sein. Bis heute ist trotz intensiver Forschung keine Impfung verfügbar. Die einzig wirksame Vorbeugung: Sorgfältige Mückenschutzmaßnahmen, auch tagsüber, insbesondere hautbedeckende Kleidung, Moskitonetze und mückenabweisende Hautmittel.




Donnerstag, 26. Juli 2012


Chronisch zuckerkranke Menschen haben häufig auch mit Folgeproblemen zu tun - wie etwa dem 'diabetischen Fuß'. Gefühlsstörungen der Füße und Unterschenkel führen zu einer eingeschränkten Wahrnehmung von Druckstellen am Fuß, eventuell unterbleibt die Warnwirkung des Schmerzes bei Verletzungen. Wenn der Betroffene nicht bewusst seine Füße kontrolliert und pflegt, können schwerwiegende Schäden entstehen. Deshalb ist auch die Auswahl und Passform von Sicherheitsschuhen für diesen Personenkreis besonders wichtig.

Diabetiker können grundsätzlich ganz normale Sicherheitsschuhe tragen - vorausgesetzt, sie passen richtig! Sicherheitsschuhe eignen sich für diesen Zweck dann, wenn sie auch mit einem speziellen Fußbett noch genügend Platz für den Fuß, insbesondere die Zehen bieten und keine Druckstellen verursachen. Es kommt also auf die richtige Anprobe an. Hierzu geht man nicht wie sonst üblich nur von der Schuhgröße aus, sondern von zwei weiteren Maßen, die vom Fachmann gemessen werden.

Die Kosten für reguläre Sicherheitsschuhe übernimmt immer der Arbeitgeber. Was darüber hinaus für spezielle Fußbettung oder andere Zurichtungen an Kosten entsteht, wird in der Regel von der Rentenversicherung getragen.

Mehr zum Thema gibt es z. B. bei den Berufsgenossenschaften oder bei der Deutschen Rentenversicherung.




Freitag, 11. Mai 2012


... lautet eine alte Globetrotterweisheit: Auf Reisen in tropischen oder anderweitig "exotischen" Gegenden sollten wir besonders sorgfältig darauf achten, was wir essen - und was besser nicht. Empfehlenswert sind demnach gut durchgegarte, lang genug erhitzte Speisen. Obst sollte am besten selbst gewaschen oder geschält werden. Trinken sollte man nur abgekochtes Wasser, Tee oder Fertiggetränke aus der Flasche (aber ohne Eiswürfel). Eine ausführliche Erläuterung der Regel findet sich bei den Centers for Disease Control and Prevention CDC.

Arbeitsaufenthalte und Dienstreisen in tropischen und subtropischen Regionen sind im Zeitalter der Globalisierung nichts Ungewöhnliches, können allerdings mit Gesundheitsgefahren verbunden sein. Deshalb ist es wichtig, bei der Reisevorbereitung auch an die Gesundheitsvorsorge zu denken. Neben Verhaltensregeln zur Hygiene (siehe oben) sind die richtigen Schutzimpfungen und z. B. Vorbeugung gegen Malaria angesagt. Vor allem sollte man sich rechtzeitig und gründlich über die klimatischen, hygienischen und kulturellen Gegebenheiten des Gastlandes informieren. Bei beruflichen Reisen gehört eine arbeits- und reisemedizinische Vorsorgeuntersuchung zum Pflichtprogramm.

Die Globetrotterweisheit wurde übrigens schon vor Jahrzehnten wissenschaftlich bestätigt. Eine Fülle von reisemedizinischen Informationen über aller Herren Länder gibt es beim Centrum für Reisemedizin CRM und bei Fit for Travel.




Montag, 27. Februar 2012


... hat die 'Harvard Business Review' (HBR) den Titel ihrer Ausgabe vom Januar/Februar 2012 gewidmet: ”The Value of Happiness - How Employee Well Being Drives Profits”.

Heutzutage, da neue Ideen und Wagemut notwendig seien, schreibt Adi Ignatius in seinem Editorial, sei es auch an der Zeit, über das Glücklichsein nachzudenken. In einer Artikelserie hinterfragt die HBR, welchen Wert es hat, sich mit Glücklichsein zu beschäftigen. Sind "glückliche" Beschäftigte tatsächlich produktiver? Könnte "Wohlbefinden" irgendwann als Maß für die wirtschaftliche Stärke einer Nation dienen wie das Bruttosozialprodukt?

Das Glück bei der Arbeit war auch Thema eines DASA-Symposiums über "Flow"-Zustände, Arbeitszufriedenheit und das Schaffen attraktiver Arbeitsplätze, im vergangenen November. Der Themenbereich für dieses Jahr steht in einem ähnlichen Kontext: Das nächste November-Symposium widmet sich aus vorwiegend soziologischer Perspektive der Frage nach dem antagonistischen Wechselspiel zwischen Individuum und Gesellschaft in unserer sich wandelnden Arbeitswelt. Mehr unter http://www.dasa-dortmund.de/de/Zukunft/Zukunft.html




Freitag, 3. Februar 2012


Die Hände einer arbeitenden Schneiderin in Nahaufnahme - dieses Bild gewann den ersten Preis des Fotowettbewerbs 'Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz'. "Mit der Aufnahme dieses Fotos wollte ich ein universelles Bild von Arbeitssicherheit einfangen, das potenziell für jeden Menschen gültig ist", sagt der Preisträger Krzysztof Maksymowicz über sein Werk. Mehr als 2500 Beiträge aus 36 Ländern waren bei der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz im Rahmen ihres zweiten Fotowettbewerbs eingegangen.

Alle ausgezeichneten Fotos kann man unter http://osha.europa.eu/en/press/photos/competitions ansehen.




Freitag, 23. Dezember 2011


We wish you a merry christmas - Viel Spaß mit "Santa's Time Machine"! Eine Grußkarte von ICQ Greeting Cards.




Sonntag, 30. Oktober 2011


"Man kann nicht ewig Zitronen auspressen, sondern man muss anfangen, Zitronenbäumchen zu pflanzen", zitiert Thomas Gerst im Deutschen Ärzteblatt den Göttinger Neurobiologen Gerald Hüther.

Der Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitnehmer rückt zunehmend in den Mittelpunkt unternehmerischen Handelns, schreibt Gerst; denn den wachsenden Anforderungen einer globalisierten Wirtschaft müssen die deutschen Unternehmen mit älter werdenden Belegschaften begegnen.

Aber kühl kalkulierte Maßnahmen allein reichen nicht aus, um die Menschen fit für neue Herausforderungen und eine längere Lebensarbeitszeit zu machen, verdeutlichte Professor Hüther in seinem Vortrag beim diesjährigen Betriebsärztekongress in Bonn. Die Mitarbeiter müssen vielmehr erfahren, dass sie wichtig sind und gebraucht werden, dass sie ihre Potenziale entfalten und sich einbringen können. Die Fähigkeit des menschlichen Gehirns, sich zu entwickeln und auf neue Anforderungen einzustellen, bleibe bis ins Alter erhalten – aber nur, wenn es mit Freude und Begeisterung genutzt wird. Dies lehren uns die Erkenntnisse der neurobiologischen Präventionsforschung.




Donnerstag, 1. September 2011


Die Rolle der betrieblichen Prävention für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland: Christa Maar vom Vorstand der Felix Burda Stiftung und Rolf Fricker, Partner Booz & Co., erläutern bei einer Pressekonferenz am 8. Juni 2011 die Highlights der Ergebnisse.




Wettbewerbsfähigkeit durch betriebliche Gesundheitsvorsorge – das bestätigt jetzt eine aktuelle Studie der Strategieberatung Booz & Company im Auftrag der Felix Burda Stiftung. Zentrales Ergebnis: Betriebliches Gesundheitsmanagement wirkt und sollte ausgebaut werden. Dr. Christa Maar vom Vorstand der Felix Burda Stiftung: „Der Betriebsarzt kann eine enorm wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, die Gesundheitskultur in einem Unternehmen zu verändern." Die vorbeugende, präventive Medizin sollte zu einer zentralen Säule unseres Gesundheitswesens werden, fordern führende Arbeitsmediziner seit langem. Maar: "Moderne Betriebsmedizin muss sich auch um die Prävention und Früherkennung chronischer Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck oder das Burn-out-Syndrom kümmern.“

Die Studie von Booz & Company gibt es online bei der Felix-Burda-Stiftung.

Die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) und der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) haben nun einen Appell an die Politik formuliert: "Wir ermutigen die politisch Gestaltenden dazu, Prävention und Gesundheitsförderung in den Mittelpunkt der Reform des Gesundheitswesens zu stellen", heißt es auf der Website JobFit, auf der man die Petition auch persönlich unterstützen kann.




Freitag, 6. Mai 2011


Ein schwerer Unfall oder eine chronische Erkrankung dürfen nicht das Ende der Berufstätigkeit bedeuten. Menschen wollen gesellschaftlich anerkannt sein. Ein aktiver Beitrag im Erwerbsleben spielt dabei eine wichtige Rolle - auch wenn gesundheitliche Probleme, Einschränkungen oder Behinderungen vorhanden sind. Dabei können Disability Manager helfen - Experten, die über das nötige Spezialwissen aus verschiedenen Bereichen verfügen, wie etwa Sozialrecht, Versicherungswesen, Medizin und Gesundheitswissenschaften (Public Health), Psychologie, Betriebswirtschaft, Personalwirtschaft, Ergonomie und Technik.

"Certified Disability Management Professionals" (CDMP) sind nach einem internationalen Standard fortgebildete Spezialisten aus unterschiedlichen, häufig sozialen oder medizinischen Berufen. Ausbildung, Zertifizierung und Qualitätssicherung werden in Deutschland von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sichergestellt.

Idealerweise setzt Disability Management nicht erst rehabilitativ nach einem Unfall oder nach einer Erkrankung ein, sondern bereits präventiv, um problematische Entwicklungen früh zu erkennen und zu steuern.

Disability Management hilft Unternehmen, Knowhow und Erfahrungen im Betrieb zu halten. Ausfallzeiten, Personalsuche, Stellenneubesetzung und Einarbeitung kosten viel Geld - viel mehr als das Disability Management. Schwer bezifferbar, aber von großer Bedeutung ist der Erhalt der fachlichen Kompetenz, der Loyalität zum Unternehmen oder lang gepflegter Kundenbeziehungen.

Informationen und Beispiele aus der Praxis gibt es zum Beispiel vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit und dem RKW Kompetenzzentrum Eschborn.




Dienstag, 15. März 2011


"Bei der Sicherheit geht es nur mit Kompromissen. Absolute Sicherheit gibt es nicht. Das war immer so, ist heute so und wird immer so sein", schreibt Gerd Antes angesichts der Atomreaktorkatastrophe in Japan. Antes ist Mathematiker und Direktor des Deutschen Cochrane Zentrums am Institut für Medizinische Biometrie und Medizinische Informatik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Risiko ist definiert als die Möglichkeit, dass etwas von geplanten Zielwerten abweicht. Es resultiert aus der Unvorhersehbarkeit der Zukunft. Risiken können auch als 'Streuung' um einen Erwartungs- oder Zielwert betrachtet werden. Bewerten kann man Risiken immer nur im Zusammenhang mit dem, was man plant: Mögliche Abweichungen von den geplanten Zielen stellen Risiken dar. Mathematisch werden Risiken häufig definiert als Produkt aus der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ereignisses und dem Schaden, den dieses anrichtet (Quelle: RiskNet).

Wer sich mit Risiken und Sicherheit beschäftigt, kommt um eine solche Bewertung nicht herum. Ob es sich um Arbeitsunfälle handelt oder um das Durchgehen von nuklearen Prozessen - die Frage muss entschieden werden: Welchen Schaden sind wir bereit zu akzeptieren, wenn es schief geht? Das sollte man den Menschen auch so sagen. Damit sie erkennen, worauf es bei solchen Entscheidungen ankommt, und ihren eigenen Verstand gebrauchen können.

Mehr zum Thema Risiko und Risikobewusstsein: http://www.risknet.de




Samstag, 12. Februar 2011


Wer eine Arbeit mit viel Publikumsverkehr hat oder häufig Akten und Dokumente in die Hand nehmen muss, kann sich wirkungsvoll gegen Krankheitserreger wappnen: Regelmäßiges Desinfizieren der Hände schützt vor Erkältungs- und Durchfallerkrankungen. Das belegt eine Studie der Universität Greifswald, die vor kurzem in der Fachzeitschrift BMC Infectious Diseases veröffentlicht wurde.

129 einschlägig tätige Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Universität Greifswald sowie der Landesverwaltung Mecklenburg-Vorpommern wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Während die Hälfte der Untersuchungsgruppe keine Händedesinfektion durchführte, desinfizierte sich die andere Hälfte die Hände mehrmals täglich mindestens fünfmal mit alkoholhaltigen Desinfektionsmitteln.

In der Gruppe mit Händedesinfektion gab es deutlich weniger Tage, an denen die Beteiligten am Arbeitsplatz mit Erkältung, Fieber, Husten oder Durchfall kämpften, und die entsprechenden Krankmeldungen gingen erheblich zurück. Krankheitstage und verringerte Produktivität aufgrund von Infektionskrankheiten sind weltweit ein volkswirtschaftliches Problem, das meist unterschätzt wird. „Wir waren überrascht, dass trotz der kleinen Untersuchungsgruppe unsere Erwartungen weit übertroffen wurden. Händedesinfektion ist eine kostengünstige Möglichkeit der betrieblichen Gesundheitsförderung“, so Studienleiter Professor Axel Kramer.




Sonntag, 16. Januar 2011


... und moderne Legenden beleuchtet ein Kapitel der Online-Enzyklopädie Wikipedia. Es wird und muss für immer unvollständig bleiben, davon sind die Autoren überzeugt, weil es immer wieder etwas zu ergänzen gibt.

Die Wikinger hatten Hörner auf ihren Helmen? Hummeln dürften aus aerodynamischer Sicht gar nicht fliegen können? Vom Mond aus kann man die Chinesische Mauer sehen? Stimmt alles nicht! In einer netten Gesprächsrunde sorgen solche Themen oft für lustige Aha-Effekte, also mal nachlesen!

Der Spaß hört aber auf bei der Behauptung, die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln könne Autismus verursachen. Das hatten Andrew Wakefield und mehrere Ko-Autoren 1998 in einem Beitrag für die renommierte medizinische Fachzeitschrift 'The Lancet' behauptet. Die Daten, auf die sich Wakefield berief, waren gefälscht, das war bereits 2004 klar geworden. Die Redaktion der 'Lancet' zog den Artikel schließlich zurück. Trotzdem wird er noch oft als Beleg für die angebliche Schädlichkeit des Impfens zitiert. Vor kurzem hat das BMJ (British Medical Journal) eine Zusammenfassung und Bewertung dieses Betrugs veröffentlicht.

Übrigens: Die deutsche Wikipedia wird im März 2011 zehn Jahre alt.




Freitag, 24. Dezember 2010


Viel Vergnügen mit "White Christmas", gesungen von Clyde McPhatter and The Drifters. Cartoon von Joshua Held.




Sonntag, 5. September 2010


Die Angst unerfahrener Reisender richte sich oft auf die Tierwelt, insbesondere auf Raubtiere, Schlangen und Gifttiere, schreibt Thomas Küpper in einem aktuellen Editorial der Zeitschrift Arbeitsmedizin-Sozialmedizin-Umweltmedizin. Dabei zeigten die Daten etwas ganz anderes: Viermal so gefährlich wie alle sonstigen Zwischenfälle der belebten Natur ist Homo sapiens sapiens, der weltweit pro Jahr 200.000 seiner Artgenossen umbringt. Unfälle, vor allem im Straßenverkehr, sind die häufigste Todesursache bei beruflichen Auslandsaufenthalten. Die subjektive Risikoeinschätzung der Malaria ist oft genauso unrealistisch wie die von Durchfallerkrankungen oder Typhus.

Die Zahl der Geschäftsreisen ins Ausland schätzt Küpper auf mehr als sechseinhalb Millionen, nicht wenige davon in Länder mit riskanten gesundheitlichen oder klimatischen Verhältnissen. Nur eine Minderheit der Reisenden dürfte zu diesem Thema ordentlich beraten worden sein. Und wer am Einsatzort krank wird, findet nicht immer wirklich ausreichende medizinische Versorgungseinrichtungen.

Vorbeugen ist also auch für Reisende besser als Heilen. Bei Geschäftsreisen oder Arbeitseinsätzen im Ausland ist auch der Arbeitgeber in der Pflicht, denn er muss für eine angemessene arbeits- und reisemedizinische Beratung Sorge tragen. Der Termin beim Betriebsarzt, rechtzeitig vereinbart, gehört obligatorisch zur Reisevorbereitung. Damit man ihm (oder ihr) gleich die richtigen Fragen stellen kann, am besten vorher mal selbst nachlesen unter http://www.fit-for-travel.de oder http://www.crm.de/.




Dienstag, 6. Juli 2010


Haushaltsreiniger, Druckfarben, Parfum, Grillanzünder - wer chemische Stoffe in der EU herstellt, sie anwendet oder in die EU importiert, muss sich mit einigen wichtigen Verordnungen und Fristen befassen.

REACH steht für Registration, Evaluation, Authorisation of Chemicals (Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien). Diese EG-Verordnung mit der Nummer 1907/2006 zentralisiert und vereinfacht das Chemikalienrecht europaweit und ist am 1. Juni 2007 in Kraft getreten.

Die CLP-Verordnung gilt der Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen (Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures). Sie trägt die EG-Nummer 1272/2008 und ist am 20. Januar 2009 in Kraft getreten. Abgeleitet vom Globally Harmonised System of Classification and Labelling of Chemicals (GHS) der Vereinten Nationen, das in der EU eingeführt wurde, wird die CLP-Verordnung auch GHS-Verordnung genannt.

Die Verordnungen sollen den Wissensstand über die Gefahren und Risiken erhöhen, die von Chemikalien ausgehen können, und den Unternehmen mehr Verantwortung für den sicheren Umgang mit ihren Produkten übertragen. Ab dem 1. Dezember 2010 müssen chemisch definierte Einzelstoffe, ab dem 1. Juni 2015 auch Stoffgemische nach der CLP-Verordnung eingestuft, gekennzeichnet und verpackt werden. Zur Kennzeichnung gibt es neue, einheitliche Symbole.

Wer was tun muss, ist ausführlich und verständlich auf den Seiten des REACH-CLP Helpdesk der Bundesbehörden dargestellt.




Freitag, 2. April 2010


Elektromagnetische Felder sind überall - zumindest in unserer hochtechnisierten Welt ist irgendwo in der Nähe ein Staubsauger, ein Haarföhn oder Elektroherd, ein Mobiltelefon oder die nächste Steckdose. Selbst auf einer abgelegenen Berghütte wird man noch von ein paar GPS- oder Fernseh-Strahlen eines Satelliten getroffen. Machen diese Felder krank? Gibt es so etwas wie Elektrosmog?

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat nun die Ergebnisse einer aufschlussreichen Forschungsarbeit veröffentlicht. Die Wissenschaftler hatten zwei große Personengruppen untersucht, von denen die eine angab, unter Elektrosmog zu leiden, die andere nicht. Die Versuchspersonen wurden nun elektromagnetischen Feldern ausgesetzt, dabei wurde gemessen, ob sich die elektrische Leitfähigkeit ihrer Haut ändert. Außerdem sollten sie notieren, ob sie das elektromagnetische Feld gespürt hätten. In keinem einzigen Fall konnte eine feldabhängige Änderung des Hautwiderstands festgestellt werden. Die Leitfähigkeit veränderte sich vielmehr dann, wenn ein Teilnehmer vermutete, dass das elektromagnetische Feld zugeschaltet wäre. Auch die Angaben zur Wahrnehmung des Felds durch die Versuchspersonen entsprachen einer Zufallsverteilung. Das Empfinden von 'Elektrosmog' scheint also eher von der subjektiven Erwartung einer Person abzuhängen. Die Forscher vermuten, dass die Erfahrung, auf alltägliche Unwägbarkeiten als Einzelner nur wenig Einfluss zu haben, eine wichtige Rolle spielt.

Den Forschungsbericht F5212 gibt es in Kürze hier.




Samstag, 6. März 2010


Chirurgische Instrumente, die sich gegen Krankheitskeime zur Wehr setzen; Kleidungsstücke, die Geruchsstoffe abbauen; Tabletten, die sekundenschnell wirken - Nanopartikel machen es möglich. Das sind kleinste Teilchen mit einem Durchmesser zwischen einem und hundert Nanometern. Ein Nanometer ist der millionste Teil eines Millimeters. "Das ist schon sehr klein; Atome, die Grundbausteine des Alltags, sind nur noch zehnmal kleiner", erläutert eine Broschüre des Bundesministeriums für Bildung und Forschung die Dimensionen.

Weil sie so klein sind, haben Nanopartikel ganz besondere Eigenschaften: Sie können als Katalysator chemische Reaktionen beschleunigen, sie reagieren aber auch selbst - oft heftig - mit ihrer Umgebung, und sie können biologische Strukturen durchwandern, z. B. wenn sie durch die Lunge in den Körper gelangen. Welche Auswirkungen das auf die menschliche Gesundheit hat, ist noch weitgehend unbekannt.

Bereits bei der Einführung von Nanotechnologien muss deshalb in den Unternehmen vorsorglich auch der Arbeitsschutz beachtet werden, empfiehlt Jürgen Milde von der DGUV. Über Nanopartikel am Arbeitsplatz, den aktuellen Stand der Forschung und die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen informieren ausführlich die Seiten des Instituts für Arbeitsschutz der DGUV. Beim Bundesumweltministerium hat sich die NanoKommission der deutschen Bundesregierung zur Aufgabe gemacht, Nutzen und Risiken von Nanotechnologien im Sinne des Vorsorgeprinzips zu betrachten und nachhaltige Innovationen zu fördern.




Donnerstag, 18. Februar 2010


Ach, was wurde man vor zehn Jahren noch belächelt, wenn man alte Kaufmannstugenden ins Gespräch brachte. Mittlerweile ist Ehrbarkeit offenbar wieder in.

"Bereits im Mittelalter wurde in Kaufmannshandbüchern der 'wahre und ehrliche Kaufmann' gepriesen", erinnert uns Bundespräsident Horst Köhler. Sogar eine eigene Website gibt es zu dem Thema: Das Institut für Management an der Humboldt-Universität zu Berlin publiziert sie unter www.der-ehrbare-kaufmann.de.

Wenigstens in Ansätzen wird dort auch auf das Problem eingegangen, unter welchen allgemeinen Systembedingungen es mit der Ehrbarkeit denn funktionieren könnte. Der Sozialethiker Friedhelm Hengsbach jedenfalls hält von moralischen Appellen in diesem Zusammenhang nicht viel: "Ich kann das Wort Gier schon nicht mehr hören. Nicht individuelles Versagen, sondern ein korrumpiertes System hat die Krise verursacht, auch wenn man zur Ablenkung Sündenböcke, also die angeblich gierigen Manager, ausfindig macht."




Freitag, 22. Januar 2010


Betriebssicherheitsmanagement ist die Gestaltung, Lenkung und Entwicklung eines zweckgerichteten sozialen Systems in einer solchen Weise, dass die mit seinen betrieblichen Prozessen verbundenen Risiken als akzeptabel und verantwortbar gelten.

(Quelle und Begründung siehe Publikationen)




Montag, 28. Dezember 2009


Ob der Eid des Hippokrates wirklich von dem griechischen Arzt Hippokrates von Kós im vierten Jahrhundert v. Chr. verfasst wurde? Eher unwahrscheinlich. Trotzdem gilt der antike Text bis heute als erste grundlegende Formulierung einer ärztlichen Ethik.

Er enthält bereits eine klare Verpflichtung zu ärztlicher Verschwiegenheit: "Was ich bei der Behandlung oder auch außerhalb meiner Praxis im Umgange mit Menschen sehe und höre, das man nicht weiterreden darf, werde ich verschweigen und als Geheimnis bewahren."

Eine modernere Version des ärztlichen Verhaltenskodex findet sich in der Genfer Deklaration des Weltärztebunds. Dort heißt es: "Ich werde alle mir anvertrauten Geheimnisse auch über den Tod des Patienten hinaus wahren."

Nicht nur historische Eidesformeln, sondern auch die Gesetze aufgeklärter Staaten begründen die Pflicht zu besonderer Verschwiegenheit (Ärztliche Schweigepflicht). Ihre Verletzung durch Ärzte oder das medizinische Hilfspersonal ist nach § 203 Strafgesetzbuch strafbar.






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