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Aktuelles



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Freitag, 23. Dezember 2011


We wish you a merry christmas - Viel Spaß mit "Santa's Time Machine"! Eine Grußkarte von ICQ Greeting Cards.




Sonntag, 30. Oktober 2011


"Man kann nicht ewig Zitronen auspressen, sondern man muss anfangen, Zitronenbäumchen zu pflanzen", zitiert Thomas Gerst im Deutschen Ärzteblatt den Göttinger Neurobiologen Gerald Hüther.

Der Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitnehmer rückt zunehmend in den Mittelpunkt unternehmerischen Handelns, schreibt Gerst; denn den wachsenden Anforderungen einer globalisierten Wirtschaft müssen die deutschen Unternehmen mit älter werdenden Belegschaften begegnen.

Aber kühl kalkulierte Maßnahmen allein reichen nicht aus, um die Menschen fit für neue Herausforderungen und eine längere Lebensarbeitszeit zu machen, verdeutlichte Professor Hüther in seinem Vortrag beim diesjährigen Betriebsärztekongress in Bonn. Die Mitarbeiter müssen vielmehr erfahren, dass sie wichtig sind und gebraucht werden, dass sie ihre Potenziale entfalten und sich einbringen können. Die Fähigkeit des menschlichen Gehirns, sich zu entwickeln und auf neue Anforderungen einzustellen, bleibe bis ins Alter erhalten – aber nur, wenn es mit Freude und Begeisterung genutzt wird. Dies lehren uns die Erkenntnisse der neurobiologischen Präventionsforschung.




Donnerstag, 1. September 2011


Die Rolle der betrieblichen Prävention für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland: Christa Maar vom Vorstand der Felix Burda Stiftung und Rolf Fricker, Partner Booz & Co., erläutern bei einer Pressekonferenz am 8. Juni 2011 die Highlights der Ergebnisse.




Wettbewerbsfähigkeit durch betriebliche Gesundheitsvorsorge – das bestätigt jetzt eine aktuelle Studie der Strategieberatung Booz & Company im Auftrag der Felix Burda Stiftung. Zentrales Ergebnis: Betriebliches Gesundheitsmanagement wirkt und sollte ausgebaut werden. Dr. Christa Maar vom Vorstand der Felix Burda Stiftung: „Der Betriebsarzt kann eine enorm wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, die Gesundheitskultur in einem Unternehmen zu verändern." Die vorbeugende, präventive Medizin sollte zu einer zentralen Säule unseres Gesundheitswesens werden, fordern führende Arbeitsmediziner seit langem. Maar: "Moderne Betriebsmedizin muss sich auch um die Prävention und Früherkennung chronischer Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck oder das Burn-out-Syndrom kümmern.“

Die Studie von Booz & Company gibt es online bei der Felix-Burda-Stiftung.

Die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) und der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) haben nun einen Appell an die Politik formuliert: "Wir ermutigen die politisch Gestaltenden dazu, Prävention und Gesundheitsförderung in den Mittelpunkt der Reform des Gesundheitswesens zu stellen", heißt es auf der Website JobFit, auf der man die Petition auch persönlich unterstützen kann.




Freitag, 6. Mai 2011


Ein schwerer Unfall oder eine chronische Erkrankung dürfen nicht das Ende der Berufstätigkeit bedeuten. Menschen wollen gesellschaftlich anerkannt sein. Ein aktiver Beitrag im Erwerbsleben spielt dabei eine wichtige Rolle - auch wenn gesundheitliche Probleme, Einschränkungen oder Behinderungen vorhanden sind. Dabei können Disability Manager helfen - Experten, die über das nötige Spezialwissen aus verschiedenen Bereichen verfügen, wie etwa Sozialrecht, Versicherungswesen, Medizin und Gesundheitswissenschaften (Public Health), Psychologie, Betriebswirtschaft, Personalwirtschaft, Ergonomie und Technik.

"Certified Disability Management Professionals" (CDMP) sind nach einem internationalen Standard fortgebildete Spezialisten aus unterschiedlichen, häufig sozialen oder medizinischen Berufen. Ausbildung, Zertifizierung und Qualitätssicherung werden in Deutschland von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sichergestellt.

Idealerweise setzt Disability Management nicht erst rehabilitativ nach einem Unfall oder nach einer Erkrankung ein, sondern bereits präventiv, um problematische Entwicklungen früh zu erkennen und zu steuern.

Disability Management hilft Unternehmen, Knowhow und Erfahrungen im Betrieb zu halten. Ausfallzeiten, Personalsuche, Stellenneubesetzung und Einarbeitung kosten viel Geld - viel mehr als das Disability Management. Schwer bezifferbar, aber von großer Bedeutung ist der Erhalt der fachlichen Kompetenz, der Loyalität zum Unternehmen oder lang gepflegter Kundenbeziehungen.

Informationen und Beispiele aus der Praxis gibt es zum Beispiel vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit und dem RKW Kompetenzzentrum Eschborn.




Dienstag, 15. März 2011


"Bei der Sicherheit geht es nur mit Kompromissen. Absolute Sicherheit gibt es nicht. Das war immer so, ist heute so und wird immer so sein", schreibt Gerd Antes angesichts der Atomreaktorkatastrophe in Japan. Antes ist Mathematiker und Direktor des Deutschen Cochrane Zentrums am Institut für Medizinische Biometrie und Medizinische Informatik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Risiko ist definiert als die Möglichkeit, dass etwas von geplanten Zielwerten abweicht. Es resultiert aus der Unvorhersehbarkeit der Zukunft. Risiken können auch als 'Streuung' um einen Erwartungs- oder Zielwert betrachtet werden. Bewerten kann man Risiken immer nur im Zusammenhang mit dem, was man plant: Mögliche Abweichungen von den geplanten Zielen stellen Risiken dar. Mathematisch werden Risiken häufig definiert als Produkt aus der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ereignisses und dem Schaden, den dieses anrichtet (Quelle: RiskNet).

Wer sich mit Risiken und Sicherheit beschäftigt, kommt um eine solche Bewertung nicht herum. Ob es sich um Arbeitsunfälle handelt oder um das Durchgehen von nuklearen Prozessen - die Frage muss entschieden werden: Welchen Schaden sind wir bereit zu akzeptieren, wenn es schief geht? Das sollte man den Menschen auch so sagen. Damit sie erkennen, worauf es bei solchen Entscheidungen ankommt, und ihren eigenen Verstand gebrauchen können.

Mehr zum Thema Risiko und Risikobewusstsein: http://www.risknet.de




Samstag, 12. Februar 2011


Wer eine Arbeit mit viel Publikumsverkehr hat oder häufig Akten und Dokumente in die Hand nehmen muss, kann sich wirkungsvoll gegen Krankheitserreger wappnen: Regelmäßiges Desinfizieren der Hände schützt vor Erkältungs- und Durchfallerkrankungen. Das belegt eine Studie der Universität Greifswald, die vor kurzem in der Fachzeitschrift BMC Infectious Diseases veröffentlicht wurde.

129 einschlägig tätige Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Universität Greifswald sowie der Landesverwaltung Mecklenburg-Vorpommern wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Während die Hälfte der Untersuchungsgruppe keine Händedesinfektion durchführte, desinfizierte sich die andere Hälfte die Hände mehrmals täglich mindestens fünfmal mit alkoholhaltigen Desinfektionsmitteln.

In der Gruppe mit Händedesinfektion gab es deutlich weniger Tage, an denen die Beteiligten am Arbeitsplatz mit Erkältung, Fieber, Husten oder Durchfall kämpften, und die entsprechenden Krankmeldungen gingen erheblich zurück. Krankheitstage und verringerte Produktivität aufgrund von Infektionskrankheiten sind weltweit ein volkswirtschaftliches Problem, das meist unterschätzt wird. „Wir waren überrascht, dass trotz der kleinen Untersuchungsgruppe unsere Erwartungen weit übertroffen wurden. Händedesinfektion ist eine kostengünstige Möglichkeit der betrieblichen Gesundheitsförderung“, so Studienleiter Professor Axel Kramer.




Sonntag, 16. Januar 2011


... und moderne Legenden beleuchtet ein Kapitel der Online-Enzyklopädie Wikipedia. Es wird und muss für immer unvollständig bleiben, davon sind die Autoren überzeugt, weil es immer wieder etwas zu ergänzen gibt.

Die Wikinger hatten Hörner auf ihren Helmen? Hummeln dürften aus aerodynamischer Sicht gar nicht fliegen können? Vom Mond aus kann man die Chinesische Mauer sehen? Stimmt alles nicht! In einer netten Gesprächsrunde sorgen solche Themen oft für lustige Aha-Effekte, also mal nachlesen!

Der Spaß hört aber auf bei der Behauptung, die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln könne Autismus verursachen. Das hatten Andrew Wakefield und mehrere Ko-Autoren 1998 in einem Beitrag für die renommierte medizinische Fachzeitschrift 'The Lancet' behauptet. Die Daten, auf die sich Wakefield berief, waren gefälscht, das war bereits 2004 klar geworden. Die Redaktion der 'Lancet' zog den Artikel schließlich zurück. Trotzdem wird er noch oft als Beleg für die angebliche Schädlichkeit des Impfens zitiert. Vor kurzem hat das BMJ (British Medical Journal) eine Zusammenfassung und Bewertung dieses Betrugs veröffentlicht.

Übrigens: Die deutsche Wikipedia wird im März 2011 zehn Jahre alt.




Freitag, 24. Dezember 2010


Viel Vergnügen mit "White Christmas", gesungen von Clyde McPhatter and The Drifters. Cartoon von Joshua Held.




Sonntag, 5. September 2010


Die Angst unerfahrener Reisender richte sich oft auf die Tierwelt, insbesondere auf Raubtiere, Schlangen und Gifttiere, schreibt Thomas Küpper in einem aktuellen Editorial der Zeitschrift Arbeitsmedizin-Sozialmedizin-Umweltmedizin. Dabei zeigten die Daten etwas ganz anderes: Viermal so gefährlich wie alle sonstigen Zwischenfälle der belebten Natur ist Homo sapiens sapiens, der weltweit pro Jahr 200.000 seiner Artgenossen umbringt. Unfälle, vor allem im Straßenverkehr, sind die häufigste Todesursache bei beruflichen Auslandsaufenthalten. Die subjektive Risikoeinschätzung der Malaria ist oft genauso unrealistisch wie die von Durchfallerkrankungen oder Typhus.

Die Zahl der Geschäftsreisen ins Ausland schätzt Küpper auf mehr als sechseinhalb Millionen, nicht wenige davon in Länder mit riskanten gesundheitlichen oder klimatischen Verhältnissen. Nur eine Minderheit der Reisenden dürfte zu diesem Thema ordentlich beraten worden sein. Und wer am Einsatzort krank wird, findet nicht immer wirklich ausreichende medizinische Versorgungseinrichtungen.

Vorbeugen ist also auch für Reisende besser als Heilen. Bei Geschäftsreisen oder Arbeitseinsätzen im Ausland ist auch der Arbeitgeber in der Pflicht, denn er muss für eine angemessene arbeits- und reisemedizinische Beratung Sorge tragen. Der Termin beim Betriebsarzt, rechtzeitig vereinbart, gehört obligatorisch zur Reisevorbereitung. Damit man ihm (oder ihr) gleich die richtigen Fragen stellen kann, am besten vorher mal selbst nachlesen unter http://www.fit-for-travel.de oder http://www.crm.de/.




Dienstag, 6. Juli 2010


Haushaltsreiniger, Druckfarben, Parfum, Grillanzünder - wer chemische Stoffe in der EU herstellt, sie anwendet oder in die EU importiert, muss sich mit einigen wichtigen Verordnungen und Fristen befassen.

REACH steht für Registration, Evaluation, Authorisation of Chemicals (Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien). Diese EG-Verordnung mit der Nummer 1907/2006 zentralisiert und vereinfacht das Chemikalienrecht europaweit und ist am 1. Juni 2007 in Kraft getreten.

Die CLP-Verordnung gilt der Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen (Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures). Sie trägt die EG-Nummer 1272/2008 und ist am 20. Januar 2009 in Kraft getreten. Abgeleitet vom Globally Harmonised System of Classification and Labelling of Chemicals (GHS) der Vereinten Nationen, das in der EU eingeführt wurde, wird die CLP-Verordnung auch GHS-Verordnung genannt.

Die Verordnungen sollen den Wissensstand über die Gefahren und Risiken erhöhen, die von Chemikalien ausgehen können, und den Unternehmen mehr Verantwortung für den sicheren Umgang mit ihren Produkten übertragen. Ab dem 1. Dezember 2010 müssen chemisch definierte Einzelstoffe, ab dem 1. Juni 2015 auch Stoffgemische nach der CLP-Verordnung eingestuft, gekennzeichnet und verpackt werden. Zur Kennzeichnung gibt es neue, einheitliche Symbole.

Wer was tun muss, ist ausführlich und verständlich auf den Seiten des REACH-CLP Helpdesk der Bundesbehörden dargestellt.




Freitag, 2. April 2010


Elektromagnetische Felder sind überall - zumindest in unserer hochtechnisierten Welt ist irgendwo in der Nähe ein Staubsauger, ein Haarföhn oder Elektroherd, ein Mobiltelefon oder die nächste Steckdose. Selbst auf einer abgelegenen Berghütte wird man noch von ein paar GPS- oder Fernseh-Strahlen eines Satelliten getroffen. Machen diese Felder krank? Gibt es so etwas wie Elektrosmog?

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat nun die Ergebnisse einer aufschlussreichen Forschungsarbeit veröffentlicht. Die Wissenschaftler hatten zwei große Personengruppen untersucht, von denen die eine angab, unter Elektrosmog zu leiden, die andere nicht. Die Versuchspersonen wurden nun elektromagnetischen Feldern ausgesetzt, dabei wurde gemessen, ob sich die elektrische Leitfähigkeit ihrer Haut ändert. Außerdem sollten sie notieren, ob sie das elektromagnetische Feld gespürt hätten. In keinem einzigen Fall konnte eine feldabhängige Änderung des Hautwiderstands festgestellt werden. Die Leitfähigkeit veränderte sich vielmehr dann, wenn ein Teilnehmer vermutete, dass das elektromagnetische Feld zugeschaltet wäre. Auch die Angaben zur Wahrnehmung des Felds durch die Versuchspersonen entsprachen einer Zufallsverteilung. Das Empfinden von 'Elektrosmog' scheint also eher von der subjektiven Erwartung einer Person abzuhängen. Die Forscher vermuten, dass die Erfahrung, auf alltägliche Unwägbarkeiten als Einzelner nur wenig Einfluss zu haben, eine wichtige Rolle spielt.

Den Forschungsbericht F5212 gibt es in Kürze hier.




Samstag, 6. März 2010


Chirurgische Instrumente, die sich gegen Krankheitskeime zur Wehr setzen; Kleidungsstücke, die Geruchsstoffe abbauen; Tabletten, die sekundenschnell wirken - Nanopartikel machen es möglich. Das sind kleinste Teilchen mit einem Durchmesser zwischen einem und hundert Nanometern. Ein Nanometer ist der millionste Teil eines Millimeters. "Das ist schon sehr klein; Atome, die Grundbausteine des Alltags, sind nur noch zehnmal kleiner", erläutert eine Broschüre des Bundesministeriums für Bildung und Forschung die Dimensionen.

Weil sie so klein sind, haben Nanopartikel ganz besondere Eigenschaften: Sie können als Katalysator chemische Reaktionen beschleunigen, sie reagieren aber auch selbst - oft heftig - mit ihrer Umgebung, und sie können biologische Strukturen durchwandern, z. B. wenn sie durch die Lunge in den Körper gelangen. Welche Auswirkungen das auf die menschliche Gesundheit hat, ist noch weitgehend unbekannt.

Bereits bei der Einführung von Nanotechnologien muss deshalb in den Unternehmen vorsorglich auch der Arbeitsschutz beachtet werden, empfiehlt Jürgen Milde von der DGUV. Über Nanopartikel am Arbeitsplatz, den aktuellen Stand der Forschung und die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen informieren ausführlich die Seiten des Instituts für Arbeitsschutz der DGUV. Beim Bundesumweltministerium hat sich die NanoKommission der deutschen Bundesregierung zur Aufgabe gemacht, Nutzen und Risiken von Nanotechnologien im Sinne des Vorsorgeprinzips zu betrachten und nachhaltige Innovationen zu fördern.




Donnerstag, 18. Februar 2010


Ach, was wurde man vor zehn Jahren noch belächelt, wenn man alte Kaufmannstugenden ins Gespräch brachte. Mittlerweile ist Ehrbarkeit offenbar wieder in.

"Bereits im Mittelalter wurde in Kaufmannshandbüchern der 'wahre und ehrliche Kaufmann' gepriesen", erinnert uns Bundespräsident Horst Köhler. Sogar eine eigene Website gibt es zu dem Thema: Das Institut für Management an der Humboldt-Universität zu Berlin publiziert sie unter www.der-ehrbare-kaufmann.de.

Wenigstens in Ansätzen wird dort auch auf das Problem eingegangen, unter welchen allgemeinen Systembedingungen es mit der Ehrbarkeit denn funktionieren könnte. Der Sozialethiker Friedhelm Hengsbach jedenfalls hält von moralischen Appellen in diesem Zusammenhang nicht viel: "Ich kann das Wort Gier schon nicht mehr hören. Nicht individuelles Versagen, sondern ein korrumpiertes System hat die Krise verursacht, auch wenn man zur Ablenkung Sündenböcke, also die angeblich gierigen Manager, ausfindig macht."




Freitag, 22. Januar 2010


Betriebssicherheitsmanagement ist die Gestaltung, Lenkung und Entwicklung eines zweckgerichteten sozialen Systems in einer solchen Weise, dass die mit seinen betrieblichen Prozessen verbundenen Risiken als akzeptabel und verantwortbar gelten.

(Quelle und Begründung siehe Publikationen)




Montag, 28. Dezember 2009


Ob der Eid des Hippokrates wirklich von dem griechischen Arzt Hippokrates von Kós im vierten Jahrhundert v. Chr. verfasst wurde? Eher unwahrscheinlich. Trotzdem gilt der antike Text bis heute als erste grundlegende Formulierung einer ärztlichen Ethik.

Er enthält bereits eine klare Verpflichtung zu ärztlicher Verschwiegenheit: "Was ich bei der Behandlung oder auch außerhalb meiner Praxis im Umgange mit Menschen sehe und höre, das man nicht weiterreden darf, werde ich verschweigen und als Geheimnis bewahren."

Eine modernere Version des ärztlichen Verhaltenskodex findet sich in der Genfer Deklaration des Weltärztebunds. Dort heißt es: "Ich werde alle mir anvertrauten Geheimnisse auch über den Tod des Patienten hinaus wahren."

Nicht nur historische Eidesformeln, sondern auch die Gesetze aufgeklärter Staaten begründen die Pflicht zu besonderer Verschwiegenheit (Ärztliche Schweigepflicht). Ihre Verletzung durch Ärzte oder das medizinische Hilfspersonal ist nach § 203 Strafgesetzbuch strafbar.




Montag, 14. Dezember 2009


Gesellschafts-Tenor, Bandleader und Ex-Investmentbanker Leo Wundergut singt mit seinen SwissTenors. Das ist doch mal was!

Kein Schwein steckt mich an...

Mehr von den Tenören gibt es übrigens auf http://www.swisstenors.com .




Samstag, 29. August 2009


Es sind gerade die erfahrensten Internet-Nutzer, die sich auch über die Fallen und Gefahren im Klaren sind, die im weltweiten Netz lauern. In der Initiative falle-internet.de haben sich einige von ihnen zusammengefunden. Sie warnen vor üblen Tricks und Betrügereien, aber auch vor 'unzureichenden Sicherheits- und Aufklärungsmaßnahmen' von Online-Auktionsplattformen wie eBay. Auch die 'Datenschutzbestimmungen' solcher Plattformen werden von Fachleuten immer wieder kritisiert.

An seinen ersten eBay-Kauf kann sich Spiegel-Online-Autor Konrad Lischka nicht mehr genau erinnern, nur "dass es am 1. April 1999 gewesen sein muss. Und heute, acht Jahre und 1268 Bewertungen später weiß ich genau, was ich zum letzten Mal bei Ebay gekauft und verkauft habe - und warum ich es nicht wieder tun werde." Und er schildert, wie zunehmend "Misstrauen, Angst, Unsicherheit" die eBay-Erfahrungen der Spiegel-Online-Leser geprägt haben.

Mehr zum Nachlesen gibt es zum Beispiel auf den Seiten der Initiative »falle-internet.de«.

PS: Mit dem eBay-Nutzer, der als Pseudonym den Namen dieser Website benutzt, habe ich nichts zu tun. Ich kenne ihn oder sie nicht. Selbst habe ich noch nie ein Benutzerkonto bei eBay gehabt.




Montag, 10. August 2009


„Der Ablauf der Prozesse nimmt keine Rücksicht auf Einzelfragen von Qualität, Umwelt und Sicherheit. Die Prozesse führen in der Gesamtheit zu gewünschten oder ungewünschten Ergebnissen und müssen daher gesamtheitlich (integriert) betrachtet werden“, betonen die Autoren der VDI-Richtlinie 4060.

Diese im Jahr 2004 vom Verein Deutscher Ingenieure herausgegebene Richtlinie gibt eine Handlungsanleitung zur praxisorientierten Einführung integrierter Managementsysteme: Anforderungen aus verschiedenen Bereichen (z. B. Gesundheit, Sicherheit, Umwelt, Qualität) werden mit einer einheitlichen Vorgehensweise zusammengefasst. In der Vorbemerkung heißt es: „Die Vielzahl der heute angewendeten Managementsysteme, die auf freiwilliger Basis (z. B. DIN EN ISO 9001, DIN EN ISO 14001) oder auf Grund rechtlicher Vorgaben (z. B. Störfallverordnung) bzw. in Folge rechtlicher Anforderungen aus einem Arbeitsschutzmanagementsystem, einem Risikomanagementsystem (z. B. auf Grund § 130 OWiG, KonTraG etc.) eingerichtet werden, erfordert eine verbesserte Nutzung von Synergien, die nur in ‚Integrierten Managementsystemen’ möglich ist.“

Ein eigener Beitrag zur Integration von Managementsystemen für Sicherheit, Gesundheit, Umweltschutz, Qualität und Krisenprävention findet sich im Abschnitt Publikationen. Darin wird eine Methodik beschrieben, die auf dem von Frederic Vester und Alexander v. Hesler entwickelten Sensitivitätsmodell basiert. Sie erlaubt es, mit vertretbarem Aufwand alle wesentlichen betrieblichen Risiken und ihre Dynamik im Gesamtzusammenhang zu erkennen und zu bearbeiten.




Donnerstag, 21. Mai 2009


Der weltweite Klimawandel ist das größte Gesundheitsrisiko im 21. Jahrhundert für alle Länder weltweit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Universität London und der renommierten Fachzeitschrift 'The Lancet'. Leiter der Studie ist Professor Anthony Costello (UCL Institute for Global Health).

Danach sind die Prognosen der UN (Intergovernmental Panel on Climate Change - IPCC) für Treibgasemissionen, globale Temperaturerhöhung, Ansteigen der Meeresspiegel, Abschmelzen des Inlandeises, Versauerung der Ozeane und extreme Wetterereignisse eher untertrieben.

Verheerende Konsequenzen für die menschliche Gesundheit drohen. Infektionen und durch Insekten übertragene Krankheiten, Tod durch Hitzewellen, häufige Wetterkatastrophen wie Stürme und Überschwemmungen, oder Völkerwanderungen in großem Maßstab, verbunden mit politischem Aufruhr, sind nur einige der vorhersehbaren Folgen.

Dringend benötigt werde eine neue Lobby, schreiben die Autoren: eine öffentliche Bewegung, die den Klimawandel als Gesundheitsthema aufgreift und die gesundheitlichen Vorteile einer Lebensweise mit niedrigem Kohlenstoffverbrauch (low-carbon lifestyle) propagiert. Dafür sollten sich alle akademischen und sozialen Disziplinen, Regierungen, Behörden, Organisationen und Gemeinden in allen Ländern gemeinsam engagieren.




Freitag, 6. März 2009


Um sich und ihre Familien gegen Invalidität und Tod zu versichern, gründeten Zünfte und Gilden schon im ausgehenden Mittelalter Versicherungen auf Gegenseitigkeit. Im 19. Jahrhundert entstanden freiwillige, private Sozialversicherungen der Gewerkschaften und der kirchlichen Arbeiterverbände. Am 6. Juli 1884 beschloss der deutsche Reichstag das erste Unfallversicherungsgesetz (das durch die Reichsversicherungsordnung von 1911 erweitert wurde und letzten Endes in das deutsche Sozialgesetzbuch einging).

Seither sind die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen Träger der gesetzlichen Unfallversicherung in Deutschland. Zusammen versichern sie über 70 Millionen Menschen gegen Unfälle und Berufskrankheiten bei der Arbeit, in der Schule sowie im Ehrenamt. Die gesetzliche Unfallversicherung wird ausschließlich aus Beiträgen der Arbeitgeber finanziert. Diese werden im Gegenzug von der Haftung bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten freigestellt, müssen sich aber an Sicherheits- und Gesundheitsvorschriften halten.

Diese Pflichtversicherung der Arbeitgeber ist mit dem Europarecht vereinbar, hat nun der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden. Sie verstoße nicht gegen die europäischen Wettbewerbsbestimmungen. Auch die Mehrheit der Arbeitgeberverbände in Deutschland hat sich wiederholt für das bestehende, paritätisch verwaltete System ausgesprochen. In einem alternativen, gewinnorientierten Versicherungssystem müssten vor allem kleine Betriebe mit steigenden Prämien rechnen, und Unternehmen mit hohen Risiken könnten vielleicht gar keine Versicherung finden.




Mittwoch, 28. Januar 2009


Der Fachverband der Arbeits- und Umweltmediziner in den USA (ACOEM) hat den designierten Gesundheitsminister der Regierung Obama aufgefordert, den Zusammenhang zwischen Gesundheit, Sicherheit und Produktivität der Arbeitnehmer einerseits und der langfristigen Stabilität des Gesundheitssystems und der Wirtschaft der USA andererseits zu thematisieren.

Man stehe vor einer doppelten Herausforderung durch den Übergang von 80 Millionen Baby-Boomers in den Ruhestand und die Zunahme chronischer Krankheiten in den Vereinigten Staaten. "Das ist der 'Silber-Tsunami', der ernste Folgen für die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Nation in einem globalisierten Wirtschaftssystem hat", sagt ACOEM-Präsident Robert R. Orford MD. Gesundheit und Produktivität der Arbeitnehmer stehen in einem engen Zusammenhang, wie insbesondere die Forschung der letzten Jahre deutlich gemacht habe.

Der ACOEM-Vorschlag für eine Gesundheitsreform, die sich an den Bedürfnissen der Arbeitnehmer orientiert, umfasst vier Grundsätze: Investitionen in Gesundheitsprogramme für Arbeitnehmer; Gesundheitlich vernetzte Betrachtung von Arbeitsplatz, Zuhause und Gemeinde; Finanzielle Anreize für gesundheitsförderliches Verhalten von Arbeitnehmern; Vermehrte Fortbildung von Gesundheitsberufen in Präventionsstrategien für die Arbeitswelt.

Dr. Orford forderte die Politiker dringend auf, diese Grundsätze in die Agenda der Regierung Obama einzubringen.

Quelle: Press Release - ACOEM Urges Daschle to Address Workforce Health and Productivity Issues (Chicago, IL – Jan. 09, 2009)

(bearbeitet am 06.03.2009)




Sonntag, 30. November 2008


Straßenbahnkarten von Tokio und New York, die Berufsgruppenzugehörigkeit der Spender im US-Wahlkampf, Einflussfaktoren für die Zunahme der Fettsucht, die Zukunftschancen von Nationalstaaten, die kürzesten Fahrwege in Großstädten, das soziale Beziehungsgefüge des Neuen Testaments und vieles andere mehr:

"Komplexe Vernetzungen sind allgegenwärtig. Ihre strukturellen und organisatorischen Prinzipien gelten für fast jedes Gebiet, das wir uns vorstellen können - seien es Genetik oder Energieerzeugung, Ernährung oder Marktwirtschaft", schreibt Manuel Lima. Schon das Leben beginne damit, dass Millionen von Molekülen in einem Netz von Wechselbeziehungen so zusammenwirken, dass ein Ganzes, ein Organismus möglich wird. Menschen erleben von Geburt an jeden Tag komplexe Systeme im Großen wie im Kleinen, seien es weltweite Massenkommunikations- und Finanzsysteme oder soziale Netzwerke in Familie oder Beruf.

In faszinierenden Bildern macht Lima diese Zusammenhänge auf seiner Website sichtbar und verstehbar: "VisualComplexity.com intends to be a unified resource space for anyone interested in the visualization of complex networks." Sie umfasst mehr als 600 Beispiele. (Den Link habe ich von Stephan List’s Weblog "Interessante Zeiten").




Sonntag, 12. Oktober 2008


Die Weltwirtschaft verliert mehr Geld durch die Vernichtung von Wäldern als durch die gegenwärtige Bankenkrise. Die jährlichen Kosten für den Verlust an Wald betragen zwischen zwei und fünf Billionen US-Dollar. Die Zahl ergibt sich, wenn der Dienst, den Wälder in unterschiedlichster Weise für die Menschen leisten, bewertet und in Geld ausgedrückt wird. Dazu gehören etwa die Versorgung mit sauberem Wasser und die Aufnahme von Kohlendioxid.

So lautet eines der Ergebnisse der Studie 'Die Ökonomie von Ökosystemen und der Biodiversität (The Economics of Ecosystems and Biodiversity – TEEB)', die von der EU und der deutschen Bundesregierung in Auftrag gegeben wurde. Sie wird von dem Ökonomen Pavan Sukhdev geleitet. Sukhdev hat für diese Aufgabe ein 'Sabbatical' von seiner bisherigen Arbeit genommen: Bis vor kurzem war er Head of Global Markets der Deutschen Bank in Indien.

"Während die Wall Street nach verschiedenen Berechnungen bis heute 1 bis 1,5 Billionen Dollar im Finanzsektor verloren hat, ist es Realität, dass wir bei der gegenwärtigen Rate Naturkapital von mindestens 2 bis 5 Billionen Dollar pro Jahr verlieren", sagte er auf der Weltnaturschutzkonferenz in Barcelona dem britischen Sender BBC. "Das ist nicht nur mehr, sondern auch noch fortlaufend. Es passiert jährlich, Jahr für Jahr."

Der Schlüssel zum Verständnis dieser Zahlen: Wenn die Wälder schwinden, hört die Natur auf, uns Dienste zu leisten, die sie normalerweise immer kostenlos erbrachte. Dann müssen die Menschen sie entweder selbst erbringen, vielleicht durch den Bau von Wasserreservoirs, Einrichtungen zur Abscheidung von Kohlendioxid oder den Anbau von Rohstoffen, die vorher von selbst in der Natur vorkamen. Oder wir müssen ohne sie auskommen. So oder so sind damit Kosten verbunden.




Freitag, 3. Oktober 2008


Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern künftig gesundheitsfördernde Maßnahmen anbieten, ohne dass vom Finanzamt in einer aufwendigen Einzelfallprüfung entschieden werden muss, ob die Präventionsmaßnahme zum Arbeitslohn zählt oder nicht.

Dieser bürokratische Aufwand soll nämlich mit dem Jahressteuergesetz 2009 entfallen. Leistungen des Arbeitgebers, die den allgemeinen Gesundheitszustand der Arbeitnehmer verbessern, werden bis zu einem Betrag von 500 Euro grundsätzlich von der Steuer freigestellt. Das Jahressteuergesetz ist vom Kabinett beschlossen worden und soll am 1. Januar 2009 in Kraft treten.

Die geförderten Maßnahmen müssen hinsichtlich Qualität, Zweckbindung und Zielgerichtetheit den Anforderungen der §§ 20 und 20a des SGB V entsprechen. In Frage kommen beispielsweise betriebliche Angebote zur Ernährung oder Stressbewältigung, körperliche Ausgleichstrainings, Nichtraucherkurse, Programme zum Umgang mit psychosozialen Belastungen und anderes mehr.

Mehr zum Thema findet sich zum Beispiel auf den Seiten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (edit 05.12.2008).




Montag, 11. August 2008


Fast jeder fünfte der jährlich rund 15 Millionen Frachtcontainer, die aus Übersee in deutschen Seehäfen eintreffen, ist vor dem Verschiffen mit hoch giftigen Gasen behandelt worden. Diese sollen verhindern, dass die Ladung verdirbt, und sie sollen Krankheitserreger und Schädlinge abtöten. Darüber hinaus haften an den Waren oft noch beträchtliche Mengen gesundheitsschädlicher Industriechemikalien, die aus dem Herstellungsprozess stammen und mit auf die Reise gegangen sind.

Entsprechend gefährlich wird es, wenn man die Container öffnet - nicht nur wegen der giftigen Chemikalien, sondern auch wegen Myriaden von Pilzen oder Bakterien, die beim unvorsichtigen Öffnen aufgewirbelt werden können. Das ist keineswegs nur im Containerhafen der Fall, sondern häufig erst beim Empfänger oder in einem Logistikzentrum, wo die Waren weiter verteilt werden.

Eigentlich müssen begaste Container nach international geltenden Vorschriften mit Warnhinweisen gekennzeichnet sein. Doch häufig fehlen diese Kennzeichnungen, oder sie sind mangelhaft. Und für Industriechemikalien oder Infektionserreger gibt es überhaupt keine international verbindlichen Regelungen. Ganz zu schweigen von Gefahren, die dem Empfänger durch verkeilte oder herabstürzende Teile der Ladung drohen.

Was tun?

Für alle, die bei ihrer Arbeit mit Frachtcontainern umgehen, sowie für Ärzte und Rettungsdienste, die bei Zwischenfällen helfen sollen, gibt es ein paar hoch informative Internetseiten:

Universitätsprofessur für Arbeitsmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf

Bürgerinfo und Bürgerservice der Hansestadt Hamburg

Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (BGIA)




Samstag, 5. Juli 2008


Wir leben in einer komplexen Welt. Das ist an sich nichts Neues. Aber wir bekommen es heute immer mehr zu spüren. Das liegt - neben der Vielschichtigkeit und Vernetztheit technischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen - vor allem daran, dass wir immer schneller immer mehr Daten, Sinneseindrücke und Nachrichten zu verkraften haben, über deren Bedeutung und Relevanz wir nicht sicher sein können. Dieser Beschleunigung und Datenüberflutung sind immer mehr Menschen kaum noch gewachsen.

Unzureichend erkannte, verstandene und bewältigte Komplexität ruft bei den Menschen einerseits erhöhte Aktivität und gesteigerten Ressourcenverbrauch hervor (um die Situation in den Griff zu bekommen). Andererseits erzeugt sie Stress und Angst (wenn es nicht funktioniert). Hier beginnt nicht selten ein Teufelskreis: Stress und Angst schränken die Wahrnehmungs- und Denkfähigkeit dramatisch ein, und genau deshalb ist der Versuch, durch noch mehr Anstrengung mit dem Problem fertig zu werden, häufig zum Scheitern verurteilt. Die Folge: Noch mehr Stress und Angst, Verkennung der Realität, Burnout.

'Die Komplexitätsfalle' nennt die Kybernetikerin und Autorin Maria Pruckner dieses Phänomen. In ihrem gleichnamigen Buch macht sie auf unkonventionelle und spielerische Weise deutlich, wie sich komplexe Bedingungen auf den Menschen auswirken und wie man am besten damit umgeht.

Mehr über die Autorin, über das Management in komplexen Systemen und das Lösen von komplexen Problemen findet sich auf der Website http://www.mariapruckner.com.




Samstag, 17. Mai 2008


Zu den weltweit häufigsten Infektionskrankheiten zählt neben Malaria und Aids die Tuberkulose(Tb). Nach Erhebungen der Weltgesundheitsorganisation erkranken jährlich neun Millionen Menschen an Tuberkulose, 1,7 Millionen sterben daran. Die Mehrzahl der Erkrankungsfälle wird in Südostasien und in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara beobachtet.

In Westeuropa wurde die Krankheit dank verbesserter Lebensbedingungen und wirksamer Medikamente fast vollständig zurückgedrängt. Grund zur Entwarnung gebe es aber nicht, sagen Experten, die sich vor allem Sorgen wegen der zunehmenden Resistenz der Tb-Erreger gegen die früher wirksamen Arzneimittel machen. Außerdem habe sich die Krankheit in Osteuropa wieder stark ausgebreitet, nicht zuletzt durch Versäumnisse der Politik und mangelnde internationale Zusammenarbeit seit den 1990er Jahren.

In Deutschland erkrankten 2007 fast 5000 Menschen an Tuberkulose. Besonders betroffen sind Städte und Ballungsgebiete. Etwa die Hälfte der Kranken hat einen Migrationshintergrund.

Bei Tuberkulose handelt es sich um eine chronisch verlaufende bakterielle Infektionskrankheit, die durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Betroffen ist in 85 Prozent der Fälle die Lunge. Die Tb kann aber auch alle anderen Organe befallen, zum Beispiel Lungenfell, Hirnhäute, Knochen, Harnwege, Verdauungstrakt oder Haut.

Der beste Schutz vor Tuberkulose: An die Möglichkeit einer Erkrankung denken, sie frühzeitig diagnostizieren, Patienten falls nötig isolieren und richtig behandeln. Ausreichende Ernährung, gute allgemeine Gesundheit sowie ordentliche Arbeits- und Wohnverhältnisse spielen eine wichtige Rolle. Dem Schutz vor Ausbreitung der Infektion im Umfeld eines Tb-Patienten dienen in Deutschland besondere gesetzliche Vorschriften.

Über Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen informiert ausführlich das Robert-Koch-Institut.




Donnerstag, 6. März 2008


Seit Juni 2007 gilt in ganz Europa die REACH-Verordnung. Sie fordert die Registrierung, Bewertung und Zulassung aller Chemikalien, die in der europäischen Gemeinschaft hergestellt oder in die Gemeinschaft importiert werden.

Die Abkürzung REACH steht für Registration, Evaluation, and Authorisation of Chemicals.

Nach dem Motto "no data - no market" muss jeder Hersteller oder Importeur für alle Stoffe, die er im Geltungsbereich von REACH in Verkehr bringen will, eine eigene Registrierungsnummer vorweisen.

Weil Tausende von Chemikalien registriert werden müssen, gibt es eine sogenannte Vorregistrierung als Übergangsfrist. Während der Zeit vom 1. Juni 2008 bis zum 1. Dezember 2008 können alle Stoffe ohne Unterbrechung weiterhin hergestellt und importiert werden, müssen jedoch registriert werden. Nach Ende der Vorregistrierungsfrist jedoch dürfen Altstoffe, die nicht vorregistriert worden sind, nicht mehr in Verkehr gebracht werden!

Ausführliche Informationen zum Thema gibt es beim Umweltbundesamt.




Montag, 4. Februar 2008


Vom Arbeitgeber erlassene elementare Sicherheitsvorschriften, die die Arbeitnehmer vor erheblichen Gesundheitsrisiken schützen sollen, sind von den Arbeitnehmern unbedingt einzuhalten.

Das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein (Aktenzeichen 5 Sa 150/07) hat ausgeführt, dass die Außerachtlassung der Sicherheitsvorschriften eine Pflichtverletzung darstellt, die an sich geeignet ist, eine fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses zu rechtfertigen. Dazu ist nach Auffassung des Gerichts ausnahmsweise sogar keine vorherige Abmahnung notwendig, wenn der Arbeitnehmer aufgrund der Schwere seines Fehlverhaltens von vornherein nicht damit rechnen konnte, dass der Arbeitgeber dieses toleriert.

In dem vom LAG Schleswig-Holstein entschiedenen Fall hatte ein seit rund 20 Jahren beim Arbeitgeber beschäftigter Maschinenführer mit einem weiteren Kollegen eine Presse gereinigt und sie dabei manuell wieder angefahren. Der Kollege geriet dabei mit seiner Hand in die Presse und verlor die Kuppe des kleinen Fingers. Der Arbeitgeber kündigte dem Maschinenführer daraufhin fristlos, hilfsweise ordentlich.

Das Gericht hielt im konkreten Fall diese Kündigung nur deshalb nicht für rechtens, weil die Sicherheitsvorschriften des Arbeitgebers für die betroffenen Arbeiten nicht eindeutig genug waren und die Vorgesetzten diese Reinigungspraxis früher zumindest stillschweigend geduldet hätten.

Quelle: RA-Online, Pressemitteilung des LAG Schleswig-Holstein vom 2. Oktober 2007




Montag, 31. Dezember 2007


Das Management von Arbeits- und Gesundheitsschutz, Qualität, Umweltschutz, Datensicherheit, die Handhabung betrieblicher Risiken und der Umgang mit Unternehmenskrisen sind Gegenstand einer sich neu etablierenden Fachrichtung: Betriebssicherheitsmanagement.

Mit dem Start eines Masterstudiengangs zum Sommersemester 2006 an der TFH Georg Agricola zu Bochum beginnt das Fach nun auch, akademische Formen anzunehmen - wobei der Praxisbezug betont wird.

Die Idee dabei ist: Statt der getrennten Bearbeitung zum Beispiel von Umwelt-, Qualitäts- und Arbeitsschutz-Aspekten lassen sich viele dieser Themen gemeinsam managen. So kann man Ressourcen optimal einsetzen, zeitgemäße Forderungen nach Rechtssicherheit erfüllen und - nicht zuletzt - die Mitarbeiter für ein aktives Mitwirken gewinnen.

Unter dem Dach des Vereins der Freunde und Förderer der DASA wurde mittlerweile auch ein Arbeitskreis Betriebssicherheitsmanagement (AK BSM) gegründet.






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