Zu den weltweit häufigsten Infektionskrankheiten zählt neben Malaria und Aids die Tuberkulose(Tb). Nach Erhebungen der Weltgesundheitsorganisation erkranken jährlich neun Millionen Menschen an Tuberkulose, 1,7 Millionen sterben daran. Die Mehrzahl der Erkrankungsfälle wird in Südostasien und in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara beobachtet.
In Westeuropa wurde die Krankheit dank verbesserter Lebensbedingungen und wirksamer Medikamente fast vollständig zurückgedrängt. Grund zur Entwarnung gebe es aber nicht, sagen Experten, die sich vor allem Sorgen wegen der zunehmenden Resistenz der Tb-Erreger gegen die früher wirksamen Arzneimittel machen. Außerdem habe sich die Krankheit in Osteuropa wieder stark ausgebreitet, nicht zuletzt durch Versäumnisse der Politik und mangelnde internationale Zusammenarbeit seit den 1990er Jahren.
In Deutschland erkrankten 2007 fast 5000 Menschen an Tuberkulose. Besonders betroffen sind Städte und Ballungsgebiete. Etwa die Hälfte der Kranken hat einen Migrationshintergrund.
Bei Tuberkulose handelt es sich um eine chronisch verlaufende bakterielle Infektionskrankheit, die durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Betroffen ist in 85 Prozent der Fälle die Lunge. Die Tb kann aber auch alle anderen Organe befallen, zum Beispiel Lungenfell, Hirnhäute, Knochen, Harnwege, Verdauungstrakt oder Haut.
Der beste Schutz vor Tuberkulose: An die Möglichkeit einer Erkrankung denken, sie frühzeitig diagnostizieren, Patienten falls nötig isolieren und richtig behandeln. Ausreichende Ernährung, gute allgemeine Gesundheit sowie ordentliche Arbeits- und Wohnverhältnisse spielen eine wichtige Rolle. Dem Schutz vor Ausbreitung der Infektion im Umfeld eines Tb-Patienten dienen in Deutschland besondere gesetzliche Vorschriften.
Über Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen informiert ausführlich das Robert-Koch-Institut.
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