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Arbeitswelt
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| Sonntag, 30. Oktober 2011 |
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"Man kann nicht ewig Zitronen auspressen, sondern man muss anfangen, Zitronenbäumchen zu pflanzen", zitiert Thomas Gerst im Deutschen Ärzteblatt den Göttinger Neurobiologen Gerald Hüther.
Der Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitnehmer rückt zunehmend in den Mittelpunkt unternehmerischen Handelns, schreibt Gerst; denn den wachsenden Anforderungen einer globalisierten Wirtschaft müssen die deutschen Unternehmen mit älter werdenden Belegschaften begegnen.
Aber kühl kalkulierte Maßnahmen allein reichen nicht aus, um die Menschen fit für neue Herausforderungen und eine längere Lebensarbeitszeit zu machen, verdeutlichte Professor Hüther in seinem Vortrag beim diesjährigen Betriebsärztekongress in Bonn. Die Mitarbeiter müssen vielmehr erfahren, dass sie wichtig sind und gebraucht werden, dass sie ihre Potenziale entfalten und sich einbringen können. Die Fähigkeit des menschlichen Gehirns, sich zu entwickeln und auf neue Anforderungen einzustellen, bleibe bis ins Alter erhalten – aber nur, wenn es mit Freude und Begeisterung genutzt wird. Dies lehren uns die Erkenntnisse der neurobiologischen Präventionsforschung.
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| Donnerstag, 1. September 2011 |
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Wettbewerbsfähigkeit durch betriebliche Gesundheitsvorsorge – das bestätigt jetzt eine aktuelle Studie der Strategieberatung Booz & Company im Auftrag der Felix Burda Stiftung. Zentrales Ergebnis: Betriebliches Gesundheitsmanagement wirkt und sollte ausgebaut werden. Dr. Christa Maar vom Vorstand der Felix Burda Stiftung: „Der Betriebsarzt kann eine enorm wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, die Gesundheitskultur in einem Unternehmen zu verändern."
Die vorbeugende, präventive Medizin sollte zu einer zentralen Säule unseres Gesundheitswesens werden, fordern führende Arbeitsmediziner seit langem. Maar: "Moderne Betriebsmedizin muss sich auch um die Prävention und Früherkennung chronischer Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck oder das Burn-out-Syndrom kümmern.“
Die Studie von Booz & Company gibt es online bei der Felix-Burda-Stiftung.
Die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) und der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) haben nun einen Appell an die Politik formuliert: "Wir ermutigen die politisch Gestaltenden dazu, Prävention und Gesundheitsförderung in den Mittelpunkt der Reform des Gesundheitswesens zu stellen", heißt es auf der Website JobFit, auf der man die Petition auch persönlich unterstützen kann.
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Ein schwerer Unfall oder eine chronische Erkrankung dürfen nicht das Ende der Berufstätigkeit bedeuten. Menschen wollen gesellschaftlich anerkannt sein. Ein aktiver Beitrag im Erwerbsleben spielt dabei eine wichtige Rolle - auch wenn gesundheitliche Probleme, Einschränkungen oder Behinderungen vorhanden sind. Dabei können Disability Manager helfen - Experten, die über das nötige Spezialwissen aus verschiedenen Bereichen verfügen, wie etwa Sozialrecht, Versicherungswesen, Medizin und Gesundheitswissenschaften (Public Health), Psychologie, Betriebswirtschaft, Personalwirtschaft, Ergonomie und Technik.
"Certified Disability Management Professionals" (CDMP) sind nach einem internationalen Standard fortgebildete Spezialisten aus unterschiedlichen, häufig sozialen oder medizinischen Berufen. Ausbildung, Zertifizierung und Qualitätssicherung werden in Deutschland von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sichergestellt.
Idealerweise setzt Disability Management nicht erst rehabilitativ nach einem Unfall oder nach einer Erkrankung ein, sondern bereits präventiv, um problematische Entwicklungen früh zu erkennen und zu steuern.
Disability Management hilft Unternehmen, Knowhow und Erfahrungen im Betrieb zu halten. Ausfallzeiten, Personalsuche, Stellenneubesetzung und Einarbeitung kosten viel Geld - viel mehr als das Disability Management. Schwer bezifferbar, aber von großer Bedeutung ist der Erhalt der fachlichen Kompetenz, der Loyalität zum Unternehmen oder lang gepflegter Kundenbeziehungen.
Informationen und Beispiele aus der Praxis gibt es zum Beispiel vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit und dem RKW Kompetenzzentrum Eschborn.
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"Bei der Sicherheit geht es nur mit Kompromissen. Absolute Sicherheit gibt es nicht. Das war immer so, ist heute so und wird immer so sein", schreibt Gerd Antes angesichts der Atomreaktorkatastrophe in Japan. Antes ist Mathematiker und Direktor des Deutschen Cochrane Zentrums am Institut für Medizinische Biometrie und Medizinische Informatik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.
Risiko ist definiert als die Möglichkeit, dass etwas von geplanten Zielwerten abweicht. Es resultiert aus der Unvorhersehbarkeit der Zukunft. Risiken können auch als 'Streuung' um einen Erwartungs- oder Zielwert betrachtet werden. Bewerten kann man Risiken immer nur im Zusammenhang mit dem, was man plant: Mögliche Abweichungen von den geplanten Zielen stellen Risiken dar. Mathematisch werden Risiken häufig definiert als Produkt aus der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ereignisses und dem Schaden, den dieses anrichtet (Quelle: RiskNet).
Wer sich mit Risiken und Sicherheit beschäftigt, kommt um eine solche Bewertung nicht herum. Ob es sich um Arbeitsunfälle handelt oder um das Durchgehen von nuklearen Prozessen - die Frage muss entschieden werden: Welchen Schaden sind wir bereit zu akzeptieren, wenn es schief geht? Das sollte man den Menschen auch so sagen. Damit sie erkennen, worauf es bei solchen Entscheidungen ankommt, und ihren eigenen Verstand gebrauchen können.
Mehr zum Thema Risiko und Risikobewusstsein: http://www.risknet.de
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| Samstag, 12. Februar 2011 |
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Wer eine Arbeit mit viel Publikumsverkehr hat oder häufig Akten und Dokumente in die Hand nehmen muss, kann sich wirkungsvoll gegen Krankheitserreger wappnen: Regelmäßiges Desinfizieren der Hände schützt vor Erkältungs- und Durchfallerkrankungen. Das belegt eine Studie der Universität Greifswald, die vor kurzem in der Fachzeitschrift BMC Infectious Diseases veröffentlicht wurde.
129 einschlägig tätige Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der Universität Greifswald sowie der Landesverwaltung Mecklenburg-Vorpommern wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Während die Hälfte der Untersuchungsgruppe keine Händedesinfektion durchführte, desinfizierte sich die andere Hälfte die Hände mehrmals täglich mindestens fünfmal mit alkoholhaltigen Desinfektionsmitteln.
In der Gruppe mit Händedesinfektion gab es deutlich weniger Tage, an denen die Beteiligten am Arbeitsplatz mit Erkältung, Fieber, Husten oder Durchfall kämpften, und die entsprechenden Krankmeldungen gingen erheblich zurück. Krankheitstage und verringerte Produktivität aufgrund von Infektionskrankheiten sind weltweit ein volkswirtschaftliches Problem, das meist unterschätzt wird.
„Wir waren überrascht, dass trotz der kleinen Untersuchungsgruppe unsere Erwartungen weit übertroffen wurden. Händedesinfektion ist eine kostengünstige Möglichkeit der betrieblichen Gesundheitsförderung“, so Studienleiter Professor Axel Kramer.
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| Sonntag, 5. September 2010 |
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Die Angst unerfahrener Reisender richte sich oft auf die Tierwelt, insbesondere auf Raubtiere, Schlangen und Gifttiere, schreibt Thomas Küpper in einem aktuellen Editorial der Zeitschrift Arbeitsmedizin-Sozialmedizin-Umweltmedizin. Dabei zeigten die Daten etwas ganz anderes: Viermal so gefährlich wie alle sonstigen Zwischenfälle der belebten Natur ist Homo sapiens sapiens, der weltweit pro Jahr 200.000 seiner Artgenossen umbringt. Unfälle, vor allem im Straßenverkehr, sind die häufigste Todesursache bei beruflichen Auslandsaufenthalten. Die subjektive Risikoeinschätzung der Malaria ist oft genauso unrealistisch wie die von Durchfallerkrankungen oder Typhus.
Die Zahl der Geschäftsreisen ins Ausland schätzt Küpper auf mehr als sechseinhalb Millionen, nicht wenige davon in Länder mit riskanten gesundheitlichen oder klimatischen Verhältnissen. Nur eine Minderheit der Reisenden dürfte zu diesem Thema ordentlich beraten worden sein. Und wer am Einsatzort krank wird, findet nicht immer wirklich ausreichende medizinische Versorgungseinrichtungen.
Vorbeugen ist also auch für Reisende besser als Heilen. Bei Geschäftsreisen oder Arbeitseinsätzen im Ausland ist auch der Arbeitgeber in der Pflicht, denn er muss für eine angemessene arbeits- und reisemedizinische Beratung Sorge tragen. Der Termin beim Betriebsarzt, rechtzeitig vereinbart, gehört obligatorisch zur Reisevorbereitung. Damit man ihm (oder ihr) gleich die richtigen Fragen stellen kann, am besten vorher mal selbst nachlesen unter http://www.fit-for-travel.de oder http://www.crm.de/.
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Haushaltsreiniger, Druckfarben, Parfum, Grillanzünder - wer chemische Stoffe in der EU herstellt, sie anwendet oder in die EU importiert, muss sich mit einigen wichtigen Verordnungen und Fristen befassen.
REACH steht für Registration, Evaluation, Authorisation of Chemicals (Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien). Diese EG-Verordnung mit der Nummer 1907/2006 zentralisiert und vereinfacht das Chemikalienrecht europaweit und ist am 1. Juni 2007 in Kraft getreten.
Die CLP-Verordnung gilt der Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen (Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures). Sie trägt die EG-Nummer 1272/2008 und ist am 20. Januar 2009 in Kraft getreten. Abgeleitet vom Globally Harmonised System of Classification and Labelling of Chemicals (GHS) der Vereinten Nationen, das in der EU eingeführt wurde, wird die CLP-Verordnung auch GHS-Verordnung genannt.
Die Verordnungen sollen den Wissensstand über die Gefahren und Risiken erhöhen, die von Chemikalien ausgehen können, und den Unternehmen mehr Verantwortung für den sicheren Umgang mit ihren Produkten übertragen. Ab dem 1. Dezember 2010 müssen chemisch definierte Einzelstoffe, ab dem 1. Juni 2015 auch Stoffgemische nach der CLP-Verordnung eingestuft, gekennzeichnet und verpackt werden. Zur Kennzeichnung gibt es neue, einheitliche Symbole.
Wer was tun muss, ist ausführlich und verständlich auf den Seiten des REACH-CLP Helpdesk der Bundesbehörden dargestellt.
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Chirurgische Instrumente, die sich gegen Krankheitskeime zur Wehr setzen; Kleidungsstücke, die Geruchsstoffe abbauen; Tabletten, die sekundenschnell wirken - Nanopartikel machen es möglich. Das sind kleinste Teilchen mit einem Durchmesser zwischen einem und hundert Nanometern. Ein Nanometer ist der millionste Teil eines Millimeters. "Das ist schon sehr klein; Atome, die Grundbausteine des Alltags, sind nur noch zehnmal kleiner", erläutert eine Broschüre des Bundesministeriums für Bildung und Forschung die Dimensionen.
Weil sie so klein sind, haben Nanopartikel ganz besondere Eigenschaften: Sie können als Katalysator chemische Reaktionen beschleunigen, sie reagieren aber auch selbst - oft heftig - mit ihrer Umgebung, und sie können biologische Strukturen durchwandern, z. B. wenn sie durch die Lunge in den Körper gelangen. Welche Auswirkungen das auf die menschliche Gesundheit hat, ist noch weitgehend unbekannt.
Bereits bei der Einführung von Nanotechnologien muss deshalb in den Unternehmen vorsorglich auch der Arbeitsschutz beachtet werden, empfiehlt Jürgen Milde von der DGUV. Über Nanopartikel am Arbeitsplatz, den aktuellen Stand der Forschung und die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen informieren ausführlich die Seiten des Instituts für Arbeitsschutz der DGUV. Beim Bundesumweltministerium hat sich die NanoKommission der deutschen Bundesregierung zur Aufgabe gemacht, Nutzen und Risiken von Nanotechnologien im Sinne des Vorsorgeprinzips zu betrachten und nachhaltige Innovationen zu fördern.
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| Donnerstag, 18. Februar 2010 |
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Ach, was wurde man vor zehn Jahren noch belächelt, wenn man alte Kaufmannstugenden ins Gespräch brachte. Mittlerweile ist Ehrbarkeit offenbar wieder in.
"Bereits im Mittelalter wurde in Kaufmannshandbüchern der 'wahre und ehrliche Kaufmann' gepriesen", erinnert uns Bundespräsident Horst Köhler. Sogar eine eigene Website gibt es zu dem Thema: Das Institut für Management an der Humboldt-Universität zu Berlin publiziert sie unter www.der-ehrbare-kaufmann.de.
Wenigstens in Ansätzen wird dort auch auf das Problem eingegangen, unter welchen allgemeinen Systembedingungen es mit der Ehrbarkeit denn funktionieren könnte. Der Sozialethiker Friedhelm Hengsbach jedenfalls hält von moralischen Appellen in diesem Zusammenhang nicht viel: "Ich kann das Wort Gier schon nicht mehr hören. Nicht individuelles Versagen, sondern ein korrumpiertes System hat die Krise verursacht, auch wenn man zur Ablenkung Sündenböcke, also die angeblich gierigen Manager, ausfindig macht."
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Betriebssicherheitsmanagement ist die Gestaltung, Lenkung und Entwicklung eines zweckgerichteten sozialen Systems in einer solchen Weise, dass die mit seinen betrieblichen Prozessen verbundenen Risiken als akzeptabel und verantwortbar gelten.
(Quelle und Begründung siehe Publikationen)
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| Montag, 28. Dezember 2009 |
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Ob der Eid des Hippokrates wirklich von dem griechischen Arzt Hippokrates von Kós im vierten Jahrhundert v. Chr. verfasst wurde? Eher unwahrscheinlich. Trotzdem gilt der antike Text bis heute als erste grundlegende Formulierung einer ärztlichen Ethik.
Er enthält bereits eine klare Verpflichtung zu ärztlicher Verschwiegenheit: "Was ich bei der Behandlung oder auch außerhalb meiner Praxis im Umgange mit Menschen sehe und höre, das man nicht weiterreden darf, werde ich verschweigen und als Geheimnis bewahren."
Eine modernere Version des ärztlichen Verhaltenskodex findet sich in der Genfer Deklaration des Weltärztebunds. Dort heißt es: "Ich werde alle mir anvertrauten Geheimnisse auch über den Tod des Patienten hinaus wahren."
Nicht nur historische Eidesformeln, sondern auch die Gesetze aufgeklärter Staaten begründen die Pflicht zu besonderer Verschwiegenheit (Ärztliche Schweigepflicht). Ihre Verletzung durch Ärzte oder das medizinische Hilfspersonal ist nach § 203 Strafgesetzbuch strafbar.
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„Der Ablauf der Prozesse nimmt keine Rücksicht auf Einzelfragen von Qualität, Umwelt und Sicherheit. Die Prozesse führen in der Gesamtheit zu gewünschten oder ungewünschten Ergebnissen und müssen daher gesamtheitlich (integriert) betrachtet werden“, betonen die Autoren der VDI-Richtlinie 4060.
Diese im Jahr 2004 vom Verein Deutscher Ingenieure herausgegebene Richtlinie gibt eine Handlungsanleitung zur praxisorientierten Einführung integrierter Managementsysteme: Anforderungen aus verschiedenen Bereichen (z. B. Gesundheit, Sicherheit, Umwelt, Qualität) werden mit einer einheitlichen Vorgehensweise zusammengefasst. In der Vorbemerkung heißt es: „Die Vielzahl der heute angewendeten Managementsysteme, die auf freiwilliger Basis (z. B. DIN EN ISO 9001, DIN EN ISO 14001) oder auf Grund rechtlicher Vorgaben (z. B. Störfallverordnung) bzw. in Folge rechtlicher Anforderungen aus einem Arbeitsschutzmanagementsystem, einem Risikomanagementsystem (z. B. auf Grund § 130 OWiG, KonTraG etc.) eingerichtet werden, erfordert eine verbesserte Nutzung von Synergien, die nur in ‚Integrierten Managementsystemen’ möglich ist.“
Ein eigener Beitrag zur Integration von Managementsystemen für Sicherheit, Gesundheit, Umweltschutz, Qualität und Krisenprävention findet sich im Abschnitt Publikationen. Darin wird eine Methodik beschrieben, die auf dem von Frederic Vester und Alexander v. Hesler entwickelten Sensitivitätsmodell basiert. Sie erlaubt es, mit vertretbarem Aufwand alle wesentlichen betrieblichen Risiken und ihre Dynamik im Gesamtzusammenhang zu erkennen und zu bearbeiten.
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Um sich und ihre Familien gegen Invalidität und Tod zu versichern, gründeten Zünfte und Gilden schon im ausgehenden Mittelalter Versicherungen auf Gegenseitigkeit. Im 19. Jahrhundert entstanden freiwillige, private Sozialversicherungen der Gewerkschaften und der kirchlichen Arbeiterverbände. Am 6. Juli 1884 beschloss der deutsche Reichstag das erste Unfallversicherungsgesetz (das durch die Reichsversicherungsordnung von 1911 erweitert wurde und letzten Endes in das deutsche Sozialgesetzbuch einging).
Seither sind die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen Träger der gesetzlichen Unfallversicherung in Deutschland. Zusammen versichern sie über 70 Millionen Menschen gegen Unfälle und Berufskrankheiten bei der Arbeit, in der Schule sowie im Ehrenamt. Die gesetzliche Unfallversicherung wird ausschließlich aus Beiträgen der Arbeitgeber finanziert. Diese werden im Gegenzug von der Haftung bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten freigestellt, müssen sich aber an Sicherheits- und Gesundheitsvorschriften halten.
Diese Pflichtversicherung der Arbeitgeber ist mit dem Europarecht vereinbar, hat nun der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden. Sie verstoße nicht gegen die europäischen Wettbewerbsbestimmungen. Auch die Mehrheit der Arbeitgeberverbände in Deutschland hat sich wiederholt für das bestehende, paritätisch verwaltete System ausgesprochen. In einem alternativen, gewinnorientierten Versicherungssystem müssten vor allem kleine Betriebe mit steigenden Prämien rechnen, und Unternehmen mit hohen Risiken könnten vielleicht gar keine Versicherung finden.
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| Mittwoch, 28. Januar 2009 |
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Der Fachverband der Arbeits- und Umweltmediziner in den USA (ACOEM) hat den designierten Gesundheitsminister der Regierung Obama aufgefordert, den Zusammenhang zwischen Gesundheit, Sicherheit und Produktivität der Arbeitnehmer einerseits und der langfristigen Stabilität des Gesundheitssystems und der Wirtschaft der USA andererseits zu thematisieren.
Man stehe vor einer doppelten Herausforderung durch den Übergang von 80 Millionen Baby-Boomers in den Ruhestand und die Zunahme chronischer Krankheiten in den Vereinigten Staaten. "Das ist der 'Silber-Tsunami', der ernste Folgen für die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Nation in einem globalisierten Wirtschaftssystem hat", sagt ACOEM-Präsident Robert R. Orford MD. Gesundheit und Produktivität der Arbeitnehmer stehen in einem engen Zusammenhang, wie insbesondere die Forschung der letzten Jahre deutlich gemacht habe.
Der ACOEM-Vorschlag für eine Gesundheitsreform, die sich an den Bedürfnissen der Arbeitnehmer orientiert, umfasst vier Grundsätze: Investitionen in Gesundheitsprogramme für Arbeitnehmer; Gesundheitlich vernetzte Betrachtung von Arbeitsplatz, Zuhause und Gemeinde; Finanzielle Anreize für gesundheitsförderliches Verhalten von Arbeitnehmern; Vermehrte Fortbildung von Gesundheitsberufen in Präventionsstrategien für die Arbeitswelt.
Dr. Orford forderte die Politiker dringend auf, diese Grundsätze in die Agenda der Regierung Obama einzubringen.
Quelle: Press Release - ACOEM Urges Daschle to Address Workforce Health and Productivity Issues (Chicago, IL – Jan. 09, 2009)
(bearbeitet am 06.03.2009)
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Fast jeder fünfte der jährlich rund 15 Millionen Frachtcontainer, die aus Übersee in deutschen Seehäfen eintreffen, ist vor dem Verschiffen mit hoch giftigen Gasen behandelt worden. Diese sollen verhindern, dass die Ladung verdirbt, und sie sollen Krankheitserreger und Schädlinge abtöten. Darüber hinaus haften an den Waren oft noch beträchtliche Mengen gesundheitsschädlicher Industriechemikalien, die aus dem Herstellungsprozess stammen und mit auf die Reise gegangen sind.
Entsprechend gefährlich wird es, wenn man die Container öffnet - nicht nur wegen der giftigen Chemikalien, sondern auch wegen Myriaden von Pilzen oder Bakterien, die beim unvorsichtigen Öffnen aufgewirbelt werden können. Das ist keineswegs nur im Containerhafen der Fall, sondern häufig erst beim Empfänger oder in einem Logistikzentrum, wo die Waren weiter verteilt werden.
Eigentlich müssen begaste Container nach international geltenden Vorschriften mit Warnhinweisen gekennzeichnet sein. Doch häufig fehlen diese Kennzeichnungen, oder sie sind mangelhaft. Und für Industriechemikalien oder Infektionserreger gibt es überhaupt keine international verbindlichen Regelungen. Ganz zu schweigen von Gefahren, die dem Empfänger durch verkeilte oder herabstürzende Teile der Ladung drohen.
Was tun?
Für alle, die bei ihrer Arbeit mit Frachtcontainern umgehen, sowie für Ärzte und Rettungsdienste, die bei Zwischenfällen helfen sollen, gibt es ein paar hoch informative Internetseiten:
Universitätsprofessur für Arbeitsmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf
Bürgerinfo und Bürgerservice der Hansestadt Hamburg
Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (BGIA)
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Wir leben in einer komplexen Welt. Das ist an sich nichts Neues. Aber wir bekommen es heute immer mehr zu spüren. Das liegt - neben der Vielschichtigkeit und Vernetztheit technischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen - vor allem daran, dass wir immer schneller immer mehr Daten, Sinneseindrücke und Nachrichten zu verkraften haben, über deren Bedeutung und Relevanz wir nicht sicher sein können. Dieser Beschleunigung und Datenüberflutung sind immer mehr Menschen kaum noch gewachsen.
Unzureichend erkannte, verstandene und bewältigte Komplexität ruft bei den Menschen einerseits erhöhte Aktivität und gesteigerten Ressourcenverbrauch hervor (um die Situation in den Griff zu bekommen). Andererseits erzeugt sie Stress und Angst (wenn es nicht funktioniert). Hier beginnt nicht selten ein Teufelskreis: Stress und Angst schränken die Wahrnehmungs- und Denkfähigkeit dramatisch ein, und genau deshalb ist der Versuch, durch noch mehr Anstrengung mit dem Problem fertig zu werden, häufig zum Scheitern verurteilt. Die Folge: Noch mehr Stress und Angst, Verkennung der Realität, Burnout.
'Die Komplexitätsfalle' nennt die Kybernetikerin und Autorin Maria Pruckner dieses Phänomen. In ihrem gleichnamigen Buch macht sie auf unkonventionelle und spielerische Weise deutlich, wie sich komplexe Bedingungen auf den Menschen auswirken und wie man am besten damit umgeht.
Mehr über die Autorin, über das Management in komplexen Systemen und das Lösen von komplexen Problemen findet sich auf der Website http://www.mariapruckner.com.
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Vom Arbeitgeber erlassene elementare Sicherheitsvorschriften, die die Arbeitnehmer vor erheblichen Gesundheitsrisiken schützen sollen, sind von den Arbeitnehmern unbedingt einzuhalten.
Das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein (Aktenzeichen 5 Sa 150/07) hat ausgeführt, dass die Außerachtlassung der Sicherheitsvorschriften eine Pflichtverletzung darstellt, die an sich geeignet ist, eine fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses zu rechtfertigen. Dazu ist nach Auffassung des Gerichts ausnahmsweise sogar keine vorherige Abmahnung notwendig, wenn der Arbeitnehmer aufgrund der Schwere seines Fehlverhaltens von vornherein nicht damit rechnen konnte, dass der Arbeitgeber dieses toleriert.
In dem vom LAG Schleswig-Holstein entschiedenen Fall hatte ein seit rund 20 Jahren beim Arbeitgeber beschäftigter Maschinenführer mit einem weiteren Kollegen eine Presse gereinigt und sie dabei manuell wieder angefahren. Der Kollege geriet dabei mit seiner Hand in die Presse und verlor die Kuppe des kleinen Fingers. Der Arbeitgeber kündigte dem Maschinenführer daraufhin fristlos, hilfsweise ordentlich.
Das Gericht hielt im konkreten Fall diese Kündigung nur deshalb nicht für rechtens, weil die Sicherheitsvorschriften des Arbeitgebers für die betroffenen Arbeiten nicht eindeutig genug waren und die Vorgesetzten diese Reinigungspraxis früher zumindest stillschweigend geduldet hätten.
Quelle: RA-Online, Pressemitteilung des LAG Schleswig-Holstein vom 2. Oktober 2007
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| Montag, 31. Dezember 2007 |
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Das Management von Arbeits- und Gesundheitsschutz, Qualität, Umweltschutz, Datensicherheit, die Handhabung betrieblicher Risiken und der Umgang mit Unternehmenskrisen sind Gegenstand einer sich neu etablierenden Fachrichtung: Betriebssicherheitsmanagement.
Mit dem Start eines Masterstudiengangs zum Sommersemester 2006 an der TFH Georg Agricola zu Bochum beginnt das Fach nun auch, akademische Formen anzunehmen - wobei der Praxisbezug betont wird.
Die Idee dabei ist: Statt der getrennten Bearbeitung zum Beispiel von Umwelt-, Qualitäts- und Arbeitsschutz-Aspekten lassen sich viele dieser Themen gemeinsam managen. So kann man Ressourcen optimal einsetzen, zeitgemäße Forderungen nach Rechtssicherheit erfüllen und - nicht zuletzt - die Mitarbeiter für ein aktives Mitwirken gewinnen.
Unter dem Dach des Vereins der Freunde und Förderer der DASA wurde mittlerweile auch ein Arbeitskreis Betriebssicherheitsmanagement (AK BSM) gegründet.
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| Dienstag, 27. November 2007 |
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Seit 2004 gibt es im IX. Sozialgesetzbuch den Paragraphen 84(2), der das betriebliche Eingliederungsmanagement regelt. Er gilt für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die innerhalb eines Jahres ununterbrochen oder länger als sechs Wochen arbeitsunfähig sind. Dabei sind alle Beschäftigten zu berücksichtigen, nicht nur solche, die schwerbehindert, gleichgestellt oder von Behinderung bedroht sind.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat nun einen Handlungsleitfaden herausgegeben, der den Betriebs- oder Personalräten bei der Gestaltung des Eingliederungsmanagements in ihrem jeweiligen betrieblichen Kontext helfen soll. Denn das Gesetz macht keine detaillierten Vorgaben, wie die Umsetzung im Einzelnen erfolgen soll. Es regelt nur allgemein, dass die krankheitsbedingte Gefährdung des Arbeits- verhältnisses beseitigt oder wenigstens gemindert, erneuter Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt und der Arbeitsplatz des Betroffenen erhalten werden soll.
In übersichtlicher Form beschreiben die Autorinnen Marianne Giesert und Cornelia Wendt "10 Schritte zum Ziel". Bei jedem Schritt werden Ziele, Arbeitsmittel, beteiligte Akteure und wichtige rechtliche Grundlagen dargestellt. Ein umfangreicher Anhang liefert weitere Informationen, Adressen und Mustertexte, z. B. für eine Betriebsvereinbarung.
Der Handlungsleitfaden für ein Betriebliches Eingliederungsmanagement richtet sich primär zwar an Betriebsräte, eignet sich jedoch auch gut als Arbeitshilfe für alle anderen, die sich mit diesem Thema beschäftigen - unabhängig von der eigenen professionellen Brille, durch die sie es betrachten.
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Wer beim Umgang mit Lebensmitteln Handschuhe trägt, wäscht sich seltener die Hände. So die Beobachtung vieler Praktiker. Und wenn mit den selben Handschuhen außer der Wurst oder dem Käse auch das Papiergeld angefasst wird, verkehrt sich die hygienisch gemeinte Maßnahme ins glatte Gegenteil. Der Handschuh wird zum Umsteigebahnhof für Bazillen.
Nun ist es auch wissenschaftlich belegt: Das Arbeiten mit Einmalhandschuhen an Fleisch-, Wurst- und Käsetheken bringt für die Kunden keinen Gewinn an Hygiene, meldet die Pressestelle der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.
Sie verweist auf ein Forschungsprojekt der Fleischerei-Berufsgenossenschaft (FBG), der Berufsgenossenschaft für den Einzelhandel (BGE) und des Instituts für Arbeitsschutz (BGIA). Bei den Untersuchungen wurde festgestellt, dass sich bereits nach fünfminütigem Umgang mit verschiedenen Lebensmitteln alle möglichen Bakterien auf Handflächen, Handschuhen und Gerätschaften ansammeln. Daraufhin wurde geprüft, inwiefern diese Bakterienanreicherung von den Handschuhen oder von der bloßen Hand auf die Lebensmittel übertragen werden.
Das Ergebnis: Es konnte kein Unterschied zwischen der Arbeit mit Handschuhen oder mit bloßen Händen festgestellt werden. Für den Kunden hätten Einmalhandschuhe an Frischetheken somit keinerlei hygienischen Vorteil, so die Wissenschaftler. Vielmehr schaden die Handschuhe den Beschäftigten. Regelmäßig über längere Zeit getragen, erhöhen sie das Risiko einer Hauterkrankung. Wirklich reduzieren lässt sich die Keimzahl auf den Lebensmitteln nur durch den Gebrauch von Hilfsmitteln, z. B. Gabeln.
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| Montag, 3. September 2007 |
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Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz wurde 1996 eingerichtet. Sie soll die Aufklärungsarbeit der in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten für Sicherheit und Gesundheitsschutz zuständigen Stellen unterstützen. Die Abkürzung OSHA steht für Occupational Safety and Health Agency.
An ihrem Sitz in Bilbao (Spanien) beschäftigt die OSHA ein eigenes Team von Fachleuten. Organisatorisch sind Vertreter von Regierungen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen beteiligt.
Zu den Werbekampagnen der Agentur zählt die Europäische Woche für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, die sich im Oktober 2007 mit der Prävention und Rehabilitation bei Muskel- und Skeletterkrankungen beschäftigt.
Die OSHA hilft bei der Auslegung der europäischen Gesetzgebung zu Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit. Eine europäische Beobachtungsstelle für Risiken hat die Aufgabe, neu aufkommende Risiken in der Arbeitswelt zu ermitteln.
Auf der Website der OSHA werden neben einer Fülle von Informationen auch praktische Tools angeboten, z. B. Suchwerkzeuge oder automatische Benachrichtigungen, wenn neue Nachrichten zu selbst wählbaren Themen erscheinen.
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... von der Zeitschrift "Arbeit und Gesundheit". Schon seit mehr als fünfzehn Jahren veröffentlicht das Fachblatt immer auf der letzten Seite Leserfotos mit höchst unfallträchtigen Szenen. Die sorgen unter der Überschrift "Das Allerletzte" auf den ersten Blick oft für laute Heiterkeit. Bei genauerem Hinsehen fällt dem Betrachter aber eher die Kinnlade runter angesichts spannungsvoller Installationen, reizender Arrangements fürs Auge, Akrobatik ohne Netz oder brandheißer Tricks, vor deren Nachahmung die Redaktion warnt.
Vor kurzem überstand die traditionsreiche Rubrik sogar eine Political-Correctness-Diskussion: Wer sich schon vor Schaden nicht fürchte, sollte doch vor öffentlichem Spott bewahrt bleiben, meinten die Kritiker. Die Redaktion blieb standhaft. Chapeau.
Die Fotos gibt es natürlich auch im Internet zu bewundern. Besonders interessant für alle, die sich mit Sicherheit und Unfallverhütung beschäftigen: Man lernt immer noch was dazu. Und wer mag, darf bei der Wahl zum jeweiligen Bild des Monats abstimmen oder eigene Fotografien einsenden. Die Motive scheinen ja nicht auszugehen.
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In den USA gibt es eine neue Norm für "Occupational Health and Safety Management Systems", meldet Haufes Arbeitsschutz-Office.
Die Hauptelemente der Norm sind:
Führung durch das Management
Mitarbeiterbeteiligung
Planung
Einbindung und Umsetzung im Betrieb
Auswertung und Korrektur
Management Review
Damit scheinen sich gewisse Standards weiter durchzusetzen, die auch schon in den Empfehlungen der International Labour Organization, ILO/OSH 2001, oder der international anerkannten Leitlinie OHRIS für Arbeitsschutzmanagementsysteme formuliert wurden.
Allen gemeinsam ist: Gesundheitsschutz und Sicherheit der Beschäftigten werden mit einem Managementsystem nachhaltig in die Strukturen und Abläufe eines Unternehmens eingebunden. Regelmäßiges Feedback ermöglicht die Anpassung und Korrektur von Maßnahmen und damit die kontinuierliche Verbesserung - sowohl des Arbeitsschutzes als auch des Managementsystems selbst.
Einen Überblick über Managementsysteme im Arbeitsschutz und den Stand der Diskussion in Deutschland gibt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA).
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Unter dem ganz unprätentiösen Titel "Zusammenstellung praktischer Lösungen" hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) eine umfangreiche Sammlung von Datenbanken, Umsetzungshilfen, Kommentaren und Musterlösungen für den Umgang mit Gefahrstoffen herausgegeben.
Sie enthält Beispiele guter betrieblicher Praxis, Arbeitshilfen zur Gefahrstoffverordnung, Anleitungen zur Gefährdungsbeurteilung, Vorlagen und Formblätter, z. B. für Betriebsanweisungen, branchenspezifische Regeln und Lösungen, Hinweise zum Finden von weniger gefährlichen Ersatzstoffen und noch weitere, zum Teil spezielle Tipps und Quellen.
Reichlich vorhandene Links führen zu themenspezifischen Fundstellen im Internet.
Zur Zusammenstellung geht es hier.
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...sind das Thema einer großangelegten Kampagne, mit der die Öffentlichkeit für das Thema Haut sensibilisiert werden soll. Mit einer Fülle von Aktionen und öffentlichen Auftritten, die das ganze Jahr über stattfinden, sollen die Versicherten, vor allem in ihrer Eigenschaft als Arbeitnehmer, aber genauso auch die Arbeitgeber ganz gezielt über die Prävention von Hauterkrankungen informiert werden. Die Kampagne soll ihnen konkrete Angebote und Hilfestellungen bieten, wie sie Vorsorge treffen und ihre Haut gesund erhalten können.
Informationen, Arbeitshilfen und Veranstaltungshinweise finden sich im Internet unter www.2m2-haut.de.
Die Kampagne wird von den Berufsgenossenschaften, der Unfallversicherung der öffentlichen Hand, der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung, dem BKK-Bundesverband, dem AOK-Bundesverband und einer ganzen Reihe weiterer Kooperationspartner getragen.
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Gesundheitsförderung in der Arbeitswelt steht auch beim Weltwirtschaftsforum, dem Vertreter der 1000 global führenden Unternehmen, Wirtschaftspolitiker und andere Entscheidungsträger angehören, ziemlich weit oben auf der Tagesordnung.
Ihre Initiative ‘Working Towards Wellness’ soll das Engagement in der Geschäftswelt zur Vorbeugung gegen chronische Krankheiten fördern, Wirtschaftsführer vom Sinn der Gesundheitsförderung für ihre Arbeitnehmer überzeugen und Unternehmen bei deren praktischer Umsetzung helfen.
Vor kurzem wurde zu diesem Thema ein Report veröffentlicht, der unter anderem zu folgenden Ergebnissen kommt:
Arbeitsplatz als wichtiger Ort für Prävention: Arbeitnehmer verbringen heutzutage mehr Zeit bei der Arbeit, und Arbeitgeber können Verhaltensweisen beeinflussen, indem sie förderliche Rahmenbedingungen schaffen, die vorhandene Infrastruktur ausnutzen und kostengünstige, aber effiziente Maßnahmen anbieten.
Produktivitätssteigerung: Vorsichtige Schätzungen des Nutzens durch die allgemeine Gesundheitsförderung einer Belegschaft ergeben eine wahrscheinliche jährliche Rendite von drei zu eins oder mehr.
Markt der Talente: Gesundheitsfürsorge, Work-Life-Balance und Sozialleistungen tragen dazu bei, Mitarbeiter im Unternehmen zu halten und neue Talente anzuziehen. Gleichzeitig können Gesundheitsprogramme die Risiken mildern, die alternde Belegschaften mit sich bringen.
Markenzeichen: Das Wohlergehen von Mitarbeitern und Kunden entwickelt sich zu einem Schlüsselthema in den Corporate-Social-Responsibility- Reports multinationaler Unternehmen.
Die Studie wurde von der Beratungsfirma PricewaterhouseCoopers betreut.
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Das Durchschnittsalter deutscher Belegschaften steigt langsam aber kontinuierlich an, auch bei den schätzungsweise 17 Millionen Büro-Arbeitern. Unternehmen sind darum gut beraten, wenn sie sich bereits heute auf diesen altersstrukturellen Wandel einstellen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Das "Defizitmodell des Alterns" ist wissenschaftlich längst widerlegt. Die vermeintlich geringere Arbeitsfähigkeit im Alter tritt keineswegs schicksalhaft ein: Leistungsvoraussetzungen wie Gedächtnis, Kreativität, Lernfähigkeit oder Problemlösungskompetenz hängen in hohem Maße davon ab, welchen Herausforderungen und Betätigungsmöglichkeiten der Mensch im Laufe seines Berufslebens ausgesetzt war.
Hilfen und Tipps zu diesem Thema gibt es jetzt in einer neuen Publikation: "Alles grau in grau? - Ältere Arbeitnehmer und Büroarbeit". Sie verdeutlicht nicht nur die Entwicklungen und Probleme durch den demographischen Wandel, sondern zeigt auch Wege zur alterns- und altersgerechten Gestaltung der Arbeit im Büro auf. Empfohlen werden Aktivitäten auf vier Handlungsfeldern, nämlich Sicherheit und Gesundheit, Arbeitsorganisation und Arbeitsgestaltung, Unternehmenskultur und Führungsverhalten sowie Qualifizierung, Weiterbildung und lebenslanges Lernen.
Herausgeber sind die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA).
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| Samstag, 9. Dezember 2006 |
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Betriebliche Suchtpräventionsprogramme sind seit 25 Jahren Bestandteil moderner Personalpolitik, heißt es im Vorwort einer neuen Publikation der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Enttabuisierung des Themas 'Suchterkrankung' auf allen Hierarchieebenen und können suchtgefährdete oder -kranke Beschäftigte frühzeitig zur Therapie bewegen. Sie sind zugleich der wirksamste Weg, einen Großteil der Bevölkerung mit suchtpräventiven Maßnahmen zu erreichen. Sichtbare Erfolge sind die Reduzierung des Alkoholkonsums und des Rauchens am Arbeitsplatz.
Ebenso bedeutsam ist die betriebliche Intervention bei Auffälligkeiten am Arbeitsplatz. Je früher suchtgefährdeten oder suchtkranken Mitarbeitern Hilfe angeboten und eine Perspektive aufgezeigt wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten für alle Beteiligten.
Kernelemente für ein betriebliches Suchthilfe- und Präventionsprogramm sind die Unterstützung durch Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite, festgelegte Verantwortliche, ein Interventionskonzept bei Auffälligkeiten am Arbeitsplatz, die Qualifizierung der Führungskräfte sowie ein Beratungs- und Hilfeangebot des Betriebes für suchtgefährdete oder -kranke Beschäftigte.
Eine ausführliche Darstellung hat die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) unter dem Titel Qualitätsstandards in der betrieblichen Suchtprävention und Suchthilfe veröffentlicht.
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| Sonntag, 22. Oktober 2006 |
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Lebewesen zeichnen sich durch Eigenschaften aus, die große Bedeutung für das Geschäftsleben haben, sagt Richard T. Pascale, Co-Autor des Buches* "Surfing the Edge of Chaos: The Laws of Nature and the New Laws of Business" (von Richard Pascale, Mark Milleman, and Linda Gioja):
Alle Lebewesen sind zur Selbstorganisation und zum Hervorbringen von Neuheiten fähig.
Anhaltendes Gleichgewicht führt zum Tod.
Innovationen treten nah an der Grenze zum Chaos auf.
Wenn man an lebenden Organismen herumpfuscht, wird man regelmäßig mit unerwünschten Wirkungen konfrontiert.
Unternehmen und Organisationen müssen laut Pascale wie lebende Organismen betrachtet und behandelt werden. Das Management von Veränderungen sei deshalb schwierig bis unmöglich, wenn die Führungskräfte dem Paradigma des "Social Engineering" anhingen - also glaubten, das Top-Management könne quasi als 'Gehirn' der Organisation ein Veränderungsprogramm vorformulieren, das anschließend in vorhersagbarer und kontrollierbarer Weise durch alle Ebenen der Organisation umgesetzt wird. Das funktioniere spätestens dann nicht mehr, wenn Gesellschaften, Gruppen oder Organisationen sich so verändern müssen, dass die gewohnten Pfade des 'business-as-usual' dafür nicht mehr gangbar seien, konstatiert Pascale. Es habe noch nie funktioniert.
Stattdessen sei ein unkonventioneller Führungstypus gefragt, der Probleme auf den Punkt bringt und für die Lösungen dann die Ideen und Verfahren erschließt, die in der Organisation bereits existieren. Der also die selbstorganisierende Dynamik zu nutzen versteht, die in komplexen Systemen vorhanden ist. Überall gebe es für gewöhnlich Mitarbeiter, die Probleme unorthodox lösen. In diesen Eigenbau-Methoden von Leuten, die Pascale als "positive Abweichler" bezeichnet, steckten oft die Samenkörner für größere Lösungen. Und diese Lösungen, die nicht als 'Top-Down' oder von außen kommend empfunden würden, begegneten oft weniger Widerstand in der Organisation. Von seiten der Führung brauche es allerdings Mut, Vertrauen und echte Innovationsbereitschaft.
Sarah Powell, Redakteurin der englischen Zeitschrift 'Emerald', hat Richard T. Pascale interviewt.
* deutsche Veröffentlichung: 'Chaos ist die Regel. Wie Unternehmen Naturgesetze erfolgreich anwenden.'
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| Dienstag, 19. September 2006 |
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Freunde haben mich darauf hingewiesen, dass der gestrige Beitrag missverstanden werden könnte. Deshalb hier nun der ganz ernst gemeinte Hinweis, dass für das Arbeiten mit dem Computer nur Monitore mit der Reflexionsklasse I geeignet sind (das sind die mit den geringsten Spiegelungen), Klasse II nur mit Einschränkungen, Klasse III gar nicht.
Das heißt, Bildschirme für den "medialen Einsatz" sind nicht für die Büroarbeit geeignet. Klaro?
Nachlesen kann man das schön in der "Mutter aller Büroinformationen" (J. Petersen), der BGI 650: Bildschirm- und Büroarbeitsplätze - Leitfaden für die Gestaltung (umfangreiches Dokument, daher evtl. etwas längere Downloadzeit).
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