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Kultur
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Mittwoch, 11. Januar 2006


Noch bis zum 28. Januar 2007 ist in Dortmund die Sonderausstellung 'Macht Musik!' der DASA, der Deutschen Arbeitsschutzausstellung, zu sehen. Musik fördere nachweislich das Wohlbefinden, die Kreativität und die Schaffenskraft des Menschen und beeinflusse damit auch die Arbeitswelt - so begründen die Ausstellungsmacher ihre Konzeption, die auf 800 qm ein 'Music Village' mit 13 Themenräumen präsentiert. Die Besucher sollen über alle Sinne Musik in ihren unterschiedlichsten Spielarten und Klangfarben erfahren. Kulturelle, kreative und soziale Aspekte werden angesprochen. Die 'Mitmachausstellung' soll aber auch die Lust wecken, mal selbst auf die Pauke zu hauen. Sie richtet sich ausdrücklich nicht nur an Musikliebhaber, sondern auch an vermeintliche Musikmuffel.

Die Deutsche Arbeitsschutzausstellung informiert im Übrigen sehr umfassend über die Arbeitswelt und ihren Stellenwert in der Gesellschaft. Arbeitsschutz wird in die ganzheitliche Betrachtung von Wettbewerbsfähigkeit, Sozialverträglichkeit und Nachhaltigkeit einbezogen. Klassische Museumsgestaltung und moderne Ausstellungsdidaktik werden geschickt verbunden, so dass die ganze DASA sehr unterhaltsam anzuschauen und vor allem zu erleben ist. Ein Besuch lohnt sich.




"Man mag mir alle Ingredienzien eines Gerichts herzählen", zitiert 3Sat den Philosophen Immanuel Kant, "auch die Gesundheit dieses Essens mit Recht rühmen: Ich stopfe mir die Ohren zu, bin gegen all diese Gründe taub und versuche das Gericht an meiner Zunge und meinem Gaumen. Und danach fälle ich mein Urteil."

Eine ganze Themenwoche unter dem Motto "Wahrhaft nahrhaft" widmet der Fernsehsender vom 11. bis 18. Januar dem Thema Ernährung. Die Welt der Sterne-Köche, Essstörungen, Übergewicht bei Kindern, Spielfilme, ein Besuch im Museum, Interviews mit Wissenschaftlern oder eine Reportage über einen rollenden Tante-Emma-Laden gehören zu den insgesamt 25 Programmpunkten. Sogar 3Sat's Börsensendung nimmt sich des Themas an.




Montag, 3. Oktober 2005


"Gesundheit ist dasjenige Maß an Krankheit, das es mir noch erlaubt, meinen wesentlichen Beschäftigungen nachzugehen", sagt - Friedrich Nietzsche zitierend - Manfred Lütz, psychiatrischer Chefarzt in Köln, Psychotherapeut und katholischer Theologe. Damit bezieht er Stellung gegen das Verhältnis unserer heutigen Gesellschaft zur Gesundheit, das er als säkularisierte Form von Religion charakterisiert: Gesundheit werde als 'das höchste Gut' betrachtet, dem alles andere unterzuordnen sei. Kein Wunder, dass sich daran bisher jeder Gesundheitsminister die Zähne ausgebissen habe.

Als Gegenentwurf schlägt er eine Art barock-katholischer Einstellung vor, die einerseits nicht vor lauter Vorbeugung die Lebenslust vergesse, andererseits unvermeidliches Leiden oder Behinderungen bewusst akzeptiere. Heil finde man nicht im Gesundheitskult, sondern in der Religion. 'Lebenslust' heißt auch sein satirisches und unterhaltsames Buch "wider die Diät-Sadisten, den Gesundheitswahn und den Fitness-Kult" - Klaus Berger von der FAZ hat es ausführlich rezensiert.

Sogar mit Sigmund Freud dürfte - bei allen Gegensätzen - der Katholik und Psychotherapeut Lütz in einem Punkt übereinstimmen: 'Gesundheit ist die Fähigkeit, lieben und arbeiten zu können'.




Mittwoch, 16. Februar 2005


Gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts schien die Stadt New York der Typhus-Epidemien Herr geworden zu sein, die jahrelang viele Opfer gefordert hatten. Dann brach 1904 in einem wohlsituierten Haushalt in Oyster Bay auf Long Island erneut Typhus aus. Die Behörden vermuteten, dass die Köchin des Hauses, Mary Mallon, die Krankheit übertragen hatte. Bevor sie jedoch untersucht werden konnte, war sie verschwunden. Mehrere Jahre arbeitete sie in verschiedenen Haushalten und verbreitete dabei die Seuche. Nach einem dreijährigen, von den Behörden erzwungenen Sanatoriumsaufenthalt wurde sie nur gegen das Versprechen entlassen, nie wieder als Köchin zu arbeiten. Kurz danach verschwand sie erneut und kochte unter falschem Namen. 1915 führte ein Typhusausbruch in einem New Yorker Krankenhaus wieder auf ihre Spur.

Anthony Bourdain, New Yorker Küchenchef und Enfant Terrible der Gastro-Szene, wurde als Autor mit dem Buch "Geständnisse eines Küchenchefs" berühmt, in dem er teils autobiografisch und in drastischen Bildern erzählt, "was Sie über Restaurants nie wissen wollten". Er beschreibt die Geschichte der Mary Mallon aus der Insider-Perspektive, schildert die Arbeitsbedingungen einer Köchin in New York zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts und weckt Verständnis, sogar Mitgefühl für eine vom Schicksal grausam geschlagene Frau. Das Buch, das Sozial- und Medizingeschichte mit einem psychologisch scharfen Blick hinter die Küchentür verbindet, gibt es bisher leider nur im amerikanischen Original.




Samstag, 29. Mai 2004


Ein Klavierabend! beim Europäischen Kultursommer Fellbach. Kenner dürfen sich auf zwei virtuose Pianisten und subtilen, kammermusikalischen Jazz freuen, bei dem der Groove nicht zu kurz kommt. Donnerstag, 10. Juni, 20 Uhr, Musikschule Fellbach.

Der Fellbacher Kultursommer dauert vom 14.5. - 8.8.2004. Gastländer sind die Schweiz und Polen.






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