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Medizin
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Chirurgische Instrumente, die sich gegen Krankheitskeime zur Wehr setzen; Kleidungsstücke, die Geruchsstoffe abbauen; Tabletten, die sekundenschnell wirken - Nanopartikel machen es möglich. Das sind kleinste Teilchen mit einem Durchmesser zwischen einem und hundert Nanometern. Ein Nanometer ist der millionste Teil eines Millimeters. "Das ist schon sehr klein; Atome, die Grundbausteine des Alltags, sind nur noch zehnmal kleiner", erläutert eine Broschüre des Bundesministeriums für Bildung und Forschung die Dimensionen.
Weil sie so klein sind, haben Nanopartikel ganz besondere Eigenschaften: Sie können als Katalysator chemische Reaktionen beschleunigen, sie reagieren aber auch selbst - oft heftig - mit ihrer Umgebung, und sie können biologische Strukturen durchwandern, z. B. wenn sie durch die Lunge in den Körper gelangen. Welche Auswirkungen das auf die menschliche Gesundheit hat, ist noch weitgehend unbekannt.
Bereits bei der Einführung von Nanotechnologien muss deshalb in den Unternehmen vorsorglich auch der Arbeitsschutz beachtet werden, empfiehlt Jürgen Milde von der DGUV. Über Nanopartikel am Arbeitsplatz, den aktuellen Stand der Forschung und die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen informieren ausführlich die Seiten des Instituts für Arbeitsschutz der DGUV. Beim Bundesumweltministerium hat sich die NanoKommission der deutschen Bundesregierung zur Aufgabe gemacht, Nutzen und Risiken von Nanotechnologien im Sinne des Vorsorgeprinzips zu betrachten und nachhaltige Innovationen zu fördern.
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| Montag, 28. Dezember 2009 |
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Ob der Eid des Hippokrates wirklich von dem griechischen Arzt Hippokrates von Kós im vierten Jahrhundert v. Chr. verfasst wurde? Eher unwahrscheinlich. Trotzdem gilt der antike Text bis heute als erste grundlegende Formulierung einer ärztlichen Ethik.
Er enthält bereits eine klare Verpflichtung zu ärztlicher Verschwiegenheit: "Was ich bei der Behandlung oder auch außerhalb meiner Praxis im Umgange mit Menschen sehe und höre, das man nicht weiterreden darf, werde ich verschweigen und als Geheimnis bewahren."
Eine modernere Version des ärztlichen Verhaltenskodex findet sich in der Genfer Deklaration des Weltärztebunds. Dort heißt es: "Ich werde alle mir anvertrauten Geheimnisse auch über den Tod des Patienten hinaus wahren."
Nicht nur historische Eidesformeln, sondern auch die Gesetze aufgeklärter Staaten begründen die Pflicht zu besonderer Verschwiegenheit (Ärztliche Schweigepflicht). Ihre Verletzung durch Ärzte oder das medizinische Hilfspersonal ist nach § 203 Strafgesetzbuch strafbar.
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Der weltweite Klimawandel ist das größte Gesundheitsrisiko im 21. Jahrhundert für alle Länder weltweit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Universität London und der renommierten Fachzeitschrift 'The Lancet'. Leiter der Studie ist Professor Anthony Costello (UCL Institute for Global Health).
Danach sind die Prognosen der UN (Intergovernmental Panel on Climate Change - IPCC) für Treibgasemissionen, globale Temperaturerhöhung, Ansteigen der Meeresspiegel, Abschmelzen des Inlandeises, Versauerung der Ozeane und extreme Wetterereignisse eher untertrieben.
Verheerende Konsequenzen für die menschliche Gesundheit drohen. Infektionen und durch Insekten übertragene Krankheiten, Tod durch Hitzewellen, häufige Wetterkatastrophen wie Stürme und Überschwemmungen, oder Völkerwanderungen in großem Maßstab, verbunden mit politischem Aufruhr, sind nur einige der vorhersehbaren Folgen.
Dringend benötigt werde eine neue Lobby, schreiben die Autoren: eine öffentliche Bewegung, die den Klimawandel als Gesundheitsthema aufgreift und die gesundheitlichen Vorteile einer Lebensweise mit niedrigem Kohlenstoffverbrauch (low-carbon lifestyle) propagiert. Dafür sollten sich alle akademischen und sozialen Disziplinen, Regierungen, Behörden, Organisationen und Gemeinden in allen Ländern gemeinsam engagieren.
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| Mittwoch, 28. Januar 2009 |
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Der Fachverband der Arbeits- und Umweltmediziner in den USA (ACOEM) hat den designierten Gesundheitsminister der Regierung Obama aufgefordert, den Zusammenhang zwischen Gesundheit, Sicherheit und Produktivität der Arbeitnehmer einerseits und der langfristigen Stabilität des Gesundheitssystems und der Wirtschaft der USA andererseits zu thematisieren.
Man stehe vor einer doppelten Herausforderung durch den Übergang von 80 Millionen Baby-Boomers in den Ruhestand und die Zunahme chronischer Krankheiten in den Vereinigten Staaten. "Das ist der 'Silber-Tsunami', der ernste Folgen für die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Nation in einem globalisierten Wirtschaftssystem hat", sagt ACOEM-Präsident Robert R. Orford MD. Gesundheit und Produktivität der Arbeitnehmer stehen in einem engen Zusammenhang, wie insbesondere die Forschung der letzten Jahre deutlich gemacht habe.
Der ACOEM-Vorschlag für eine Gesundheitsreform, die sich an den Bedürfnissen der Arbeitnehmer orientiert, umfasst vier Grundsätze: Investitionen in Gesundheitsprogramme für Arbeitnehmer; Gesundheitlich vernetzte Betrachtung von Arbeitsplatz, Zuhause und Gemeinde; Finanzielle Anreize für gesundheitsförderliches Verhalten von Arbeitnehmern; Vermehrte Fortbildung von Gesundheitsberufen in Präventionsstrategien für die Arbeitswelt.
Dr. Orford forderte die Politiker dringend auf, diese Grundsätze in die Agenda der Regierung Obama einzubringen.
Quelle: Press Release - ACOEM Urges Daschle to Address Workforce Health and Productivity Issues (Chicago, IL – Jan. 09, 2009)
(bearbeitet am 06.03.2009)
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Fast jeder fünfte der jährlich rund 15 Millionen Frachtcontainer, die aus Übersee in deutschen Seehäfen eintreffen, ist vor dem Verschiffen mit hoch giftigen Gasen behandelt worden. Diese sollen verhindern, dass die Ladung verdirbt, und sie sollen Krankheitserreger und Schädlinge abtöten. Darüber hinaus haften an den Waren oft noch beträchtliche Mengen gesundheitsschädlicher Industriechemikalien, die aus dem Herstellungsprozess stammen und mit auf die Reise gegangen sind.
Entsprechend gefährlich wird es, wenn man die Container öffnet - nicht nur wegen der giftigen Chemikalien, sondern auch wegen Myriaden von Pilzen oder Bakterien, die beim unvorsichtigen Öffnen aufgewirbelt werden können. Das ist keineswegs nur im Containerhafen der Fall, sondern häufig erst beim Empfänger oder in einem Logistikzentrum, wo die Waren weiter verteilt werden.
Eigentlich müssen begaste Container nach international geltenden Vorschriften mit Warnhinweisen gekennzeichnet sein. Doch häufig fehlen diese Kennzeichnungen, oder sie sind mangelhaft. Und für Industriechemikalien oder Infektionserreger gibt es überhaupt keine international verbindlichen Regelungen. Ganz zu schweigen von Gefahren, die dem Empfänger durch verkeilte oder herabstürzende Teile der Ladung drohen.
Was tun?
Für alle, die bei ihrer Arbeit mit Frachtcontainern umgehen, sowie für Ärzte und Rettungsdienste, die bei Zwischenfällen helfen sollen, gibt es ein paar hoch informative Internetseiten:
Universitätsprofessur für Arbeitsmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf
Bürgerinfo und Bürgerservice der Hansestadt Hamburg
Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (BGIA)
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Wir leben in einer komplexen Welt. Das ist an sich nichts Neues. Aber wir bekommen es heute immer mehr zu spüren. Das liegt - neben der Vielschichtigkeit und Vernetztheit technischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen - vor allem daran, dass wir immer schneller immer mehr Daten, Sinneseindrücke und Nachrichten zu verkraften haben, über deren Bedeutung und Relevanz wir nicht sicher sein können. Dieser Beschleunigung und Datenüberflutung sind immer mehr Menschen kaum noch gewachsen.
Unzureichend erkannte, verstandene und bewältigte Komplexität ruft bei den Menschen einerseits erhöhte Aktivität und gesteigerten Ressourcenverbrauch hervor (um die Situation in den Griff zu bekommen). Andererseits erzeugt sie Stress und Angst (wenn es nicht funktioniert). Hier beginnt nicht selten ein Teufelskreis: Stress und Angst schränken die Wahrnehmungs- und Denkfähigkeit dramatisch ein, und genau deshalb ist der Versuch, durch noch mehr Anstrengung mit dem Problem fertig zu werden, häufig zum Scheitern verurteilt. Die Folge: Noch mehr Stress und Angst, Verkennung der Realität, Burnout.
'Die Komplexitätsfalle' nennt die Kybernetikerin und Autorin Maria Pruckner dieses Phänomen. In ihrem gleichnamigen Buch macht sie auf unkonventionelle und spielerische Weise deutlich, wie sich komplexe Bedingungen auf den Menschen auswirken und wie man am besten damit umgeht.
Mehr über die Autorin, über das Management in komplexen Systemen und das Lösen von komplexen Problemen findet sich auf der Website http://www.mariapruckner.com.
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Zu den weltweit häufigsten Infektionskrankheiten zählt neben Malaria und Aids die Tuberkulose(Tb). Nach Erhebungen der Weltgesundheitsorganisation erkranken jährlich neun Millionen Menschen an Tuberkulose, 1,7 Millionen sterben daran. Die Mehrzahl der Erkrankungsfälle wird in Südostasien und in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara beobachtet.
In Westeuropa wurde die Krankheit dank verbesserter Lebensbedingungen und wirksamer Medikamente fast vollständig zurückgedrängt. Grund zur Entwarnung gebe es aber nicht, sagen Experten, die sich vor allem Sorgen wegen der zunehmenden Resistenz der Tb-Erreger gegen die früher wirksamen Arzneimittel machen. Außerdem habe sich die Krankheit in Osteuropa wieder stark ausgebreitet, nicht zuletzt durch Versäumnisse der Politik und mangelnde internationale Zusammenarbeit seit den 1990er Jahren.
In Deutschland erkrankten 2007 fast 5000 Menschen an Tuberkulose. Besonders betroffen sind Städte und Ballungsgebiete. Etwa die Hälfte der Kranken hat einen Migrationshintergrund.
Bei Tuberkulose handelt es sich um eine chronisch verlaufende bakterielle Infektionskrankheit, die durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Betroffen ist in 85 Prozent der Fälle die Lunge. Die Tb kann aber auch alle anderen Organe befallen, zum Beispiel Lungenfell, Hirnhäute, Knochen, Harnwege, Verdauungstrakt oder Haut.
Der beste Schutz vor Tuberkulose: An die Möglichkeit einer Erkrankung denken, sie frühzeitig diagnostizieren, Patienten falls nötig isolieren und richtig behandeln. Ausreichende Ernährung, gute allgemeine Gesundheit sowie ordentliche Arbeits- und Wohnverhältnisse spielen eine wichtige Rolle. Dem Schutz vor Ausbreitung der Infektion im Umfeld eines Tb-Patienten dienen in Deutschland besondere gesetzliche Vorschriften.
Über Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen informiert ausführlich das Robert-Koch-Institut.
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Wer beim Umgang mit Lebensmitteln Handschuhe trägt, wäscht sich seltener die Hände. So die Beobachtung vieler Praktiker. Und wenn mit den selben Handschuhen außer der Wurst oder dem Käse auch das Papiergeld angefasst wird, verkehrt sich die hygienisch gemeinte Maßnahme ins glatte Gegenteil. Der Handschuh wird zum Umsteigebahnhof für Bazillen.
Nun ist es auch wissenschaftlich belegt: Das Arbeiten mit Einmalhandschuhen an Fleisch-, Wurst- und Käsetheken bringt für die Kunden keinen Gewinn an Hygiene, meldet die Pressestelle der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.
Sie verweist auf ein Forschungsprojekt der Fleischerei-Berufsgenossenschaft (FBG), der Berufsgenossenschaft für den Einzelhandel (BGE) und des Instituts für Arbeitsschutz (BGIA). Bei den Untersuchungen wurde festgestellt, dass sich bereits nach fünfminütigem Umgang mit verschiedenen Lebensmitteln alle möglichen Bakterien auf Handflächen, Handschuhen und Gerätschaften ansammeln. Daraufhin wurde geprüft, inwiefern diese Bakterienanreicherung von den Handschuhen oder von der bloßen Hand auf die Lebensmittel übertragen werden.
Das Ergebnis: Es konnte kein Unterschied zwischen der Arbeit mit Handschuhen oder mit bloßen Händen festgestellt werden. Für den Kunden hätten Einmalhandschuhe an Frischetheken somit keinerlei hygienischen Vorteil, so die Wissenschaftler. Vielmehr schaden die Handschuhe den Beschäftigten. Regelmäßig über längere Zeit getragen, erhöhen sie das Risiko einer Hauterkrankung. Wirklich reduzieren lässt sich die Keimzahl auf den Lebensmitteln nur durch den Gebrauch von Hilfsmitteln, z. B. Gabeln.
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| Samstag, 9. Dezember 2006 |
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Betriebliche Suchtpräventionsprogramme sind seit 25 Jahren Bestandteil moderner Personalpolitik, heißt es im Vorwort einer neuen Publikation der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Enttabuisierung des Themas 'Suchterkrankung' auf allen Hierarchieebenen und können suchtgefährdete oder -kranke Beschäftigte frühzeitig zur Therapie bewegen. Sie sind zugleich der wirksamste Weg, einen Großteil der Bevölkerung mit suchtpräventiven Maßnahmen zu erreichen. Sichtbare Erfolge sind die Reduzierung des Alkoholkonsums und des Rauchens am Arbeitsplatz.
Ebenso bedeutsam ist die betriebliche Intervention bei Auffälligkeiten am Arbeitsplatz. Je früher suchtgefährdeten oder suchtkranken Mitarbeitern Hilfe angeboten und eine Perspektive aufgezeigt wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten für alle Beteiligten.
Kernelemente für ein betriebliches Suchthilfe- und Präventionsprogramm sind die Unterstützung durch Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite, festgelegte Verantwortliche, ein Interventionskonzept bei Auffälligkeiten am Arbeitsplatz, die Qualifizierung der Führungskräfte sowie ein Beratungs- und Hilfeangebot des Betriebes für suchtgefährdete oder -kranke Beschäftigte.
Eine ausführliche Darstellung hat die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) unter dem Titel Qualitätsstandards in der betrieblichen Suchtprävention und Suchthilfe veröffentlicht.
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| Donnerstag, 5. Oktober 2006 |
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Im Jahr 2005 gab es in Deutschland 628 Fälle von Malaria. Davon verliefen sechs tödlich.
Im Vergleich mit afrikanischen Verhältnissen sind das kleine Zahlen: Weltweit gibt es jedes Jahr 300 Millionen akute Malariaerkrankungen, mehr als eine Million Menschen sterben jährlich daran. Rund 90 % dieser Todesfälle ereignen sich in Afrika, meistens handelt es sich um Kinder (WHO: Factsheet about Malaria).
Von dort wurde auch im vergangenen Jahr der größte Teil (88 %) der in Deutschland aufgetretenen Malariafälle importiert. Besonders viele Fälle traten bei Reisen in westafrikanische Länder und nach Kenia auf.
Der größte Teil der Erkrankten (etwa 75 %) hatte keinerlei Medikamente zur Prophylaxe verwendet – die anderen nahmen zwar etwas ein, aber oft nicht richtig. Zum Teil entsprachen die verwendeten Medikamente nicht den Empfehlungen für das Reiseland, zum Teil wurden die korrekt verordneten Mittel unregelmäßig, für zu kurze Zeit oder in falscher Dosierung angewendet.
Bei keinem der sechs Verstorbenen war eine angemessene Chemoprophylaxe nachzuvollziehen. Für zwei der sechs Fälle wurde die Diagnose Malaria erst nach dem Tod gestellt. In einem dieser Fälle wurde zuvor kein Arzt in Deutschland aufgesucht. Im zweiten Fall verstarb der Patient zwölf Stunden nach Krankenhausaufnahme.
Leider gibt es keine absolut typischen Malaria-Symptome: In ca. 90% der Fälle haben die Patienten Fieber, weniger häufig auch Kopfschmerzen, Müdigkeit und Muskel-Skelett-Beschwerden. Nur eine Laboruntersuchung erlaubt sicher die Diagnose oder den Ausschluss der Krankheit.
Tipps:
Kompetente reisemedizinische Beratung nutzen
Maßnahmen gegen Mückenstiche treffen
Vorbeugende Medikamente regelmäßig einnehmen
An die Möglichkeit einer Malaria-Erkrankung denken
Bei Verdacht umgehend einen Arzt aufsuchen
Weitere Informationen:
Robert-Koch-Institut: Reiseassoziierte Infektionskrankheiten im Jahr 2005
Fit for Travel: Malaria-Vorbeugung
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| Montag, 4. September 2006 |
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Im vergangenen Jahr starben in Deutschland 1540 Menschen an einer Berufskrankheit durch Asbest. Weltweit sind nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) jährlich bis zu hunderttausend vorzeitige Todesfälle auf Asbest zurückzuführen. Die Europäische Union und die ILO haben eine gemeinsame Initiative für ein weltweites Asbestverbot angekündigt.
Früher war das Mineral Asbest wegen seiner vielseitigen Verarbeitungsmöglichkeiten sehr beliebt, um hitzebeständige und feuerfeste Produkte herzustellen, z. B. Dichtungen, Baustoffe oder sogar Schutzkleidung. Schon in den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts zeigten sich jedoch auch die verheerenden gesundheitlichen Folgen: Entzündungen und Vernarbungen des Lungengerüstes, Atemstörungen, Krebserkrankungen der Lunge und des Rippenfells, oft mit tödlichem Ausgang. In Deutschland ist der Gebrauch von Asbest seit 1993 verboten. Ein europaweites Verbot gibt es erst seit 2005.
Wenn Asbestfasern in die Lunge eingedrungen sind, dauert es häufig 20 bis 30 Jahre, bis die Krankheit ausbricht. Den Höhepunkt der Erkrankungswelle erwarten Experten deshalb erst für die Jahre 2010 bis 2015. "Umso wichtiger werden daher Vorsorge und Früherkennung", sagt Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG).
Bei der Demontage alter Industrieanlagen oder bei der Altbausanierung ist Asbest nach wie vor für den Arbeitsschutz relevant. Die Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter mit geeigneten Schutzausrüstungen und vor allem mit Informationen zum sicheren Umgang mit Asbest versorgen.
Obwohl die tödliche Gefahr längst bekannt ist, werden noch immer jährlich mehr als 2 Millionen Tonnen Asbest produziert, so Breuer. "Es ist höchste Zeit, dass wir hier endlich Fortschritte machen. Je länger die Weltgemeinschaft zögert, dem ein Ende zu setzen, desto verheerender werden die menschlichen und wirtschaftlichen Folgen sein." In Deutschland beispielsweise wendet die gesetzliche Unfallversicherung jährlich mehr als 300 Millionen Euro für die Heilbehandlung und Entschädigung von asbestgeschädigten Arbeitnehmern auf. In anderen Industrieländern gehen die Entschädigungssummen mitunter in die Milliarden. Breuer: "Diese Asbestkatastrophe sollte anderen Ländern eine Warnung sein."
Weitere Informationen:
Fachinformationen des BGIA zum Thema Asbest an Arbeitsplätzen (Exposition, Prävention, Berufskrankheiten)
Europäische Asbestkampagne
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| Dienstag, 15. August 2006 |
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Was zwischen Augenlid und Großhirnrinde geschieht und uns bewusst etwas sehen lässt - die visuelle Wahrnehmung - ist höchst komplex und wissenschaftlich ein äußerst spannendes Forschungsgebiet. Das zeigen z. B. die Ergebnisse der alljährlichen 'Tübinger Wahrnehmungskonferenzen'.
Die wissenschaftlichen Ergebnisse sind auch und gerade im Arbeitsalltag wichtig. Ein Beispiel: Nicht nur das gezielte Betrachten der Informationen auf einem Bildschirm kostet Energie (abends ist man müde), sondern auch das Herausfiltern unerwünschter Seheindrücke wie etwa Spiegelungen auf der Oberfläche des Monitors. Gehirn und Wahrnehmungsprozesse werden durch unergonomische Lichtverhältnisse permanent mit unnötiger Arbeit belastet, die Produktivität sinkt, Verspannungen nehmen zu.
Elmar Kühl und Harald Siekmann vom Berufsgenossenschaftlichen Institut für Arbeitsschutz haben jetzt neue Untersuchungsergebnisse vorgelegt, aus denen sich ganz praktische Kriterien für die Gestaltung der Beleuchtung ableiten lassen, um Reflexblendungen bei der Bildschirmarbeit zu vermeiden. Sie zeigen auch die Zusammenhänge zwischen den Darstellungskontrasten und der Erkennbarkeit von Texten. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die einschlägige Norm DIN EN ISO 9241-7 nicht mehr dem heutigen Erkenntnisstand entspreche und überarbeitet werden sollte. (BGIA-Report 5/2006: Blendung an Bildschirmarbeitsplätzen)
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Bei der Herz-Kreislauf-Wiederbelebung im Rahmen der Ersten Hilfe gilt die alte "ABC-Regel" nicht mehr: Erkennt der Ersthelfer nicht sicher, daß ein Patient atmet, ist unmittelbar mit der cardiopulmonalen Reanimation (CPR) zu beginnen. Auf die bislang obligatorische Pulskontrolle wird verzichtet, da sie zu viel Zeit kostet. Die Beatmung erfolgt nun grundsätzlich erst nach 30-maliger Herzdruckmassage. Das Verhältnis Druckmassagen zu Beatmungen wurde neu auf 30:2 festgelegt und ist sowohl für Erwachsenen- als auch für Kinderreanimationen verbindlich. Dabei soll einfach die Mitte des Brustkorbs mit einer Frequenz von 100/min komprimiert werden, das aufwändige Suchen des Druckpunkts entfällt. Bei der vorzuziehenden 2-Helfer-Methode soll alle 2 Minuten gewechselt werden, da der 30:2-Rhythmus sehr anstrengend ist.
Wesentliche Änderungen gibt es auch bei der automatischen externen Defibrillation (AED). Bei einem beobachteten Kreislaufstillstand soll sofort defibrilliert, bei länger als etwa fünf Minuten zurückliegendem Kollaps jedoch zunächst mit der Basisreanimation begonnen werden. Die dreimalige Defibrillation und die Steigerung der Defibrillations-Energie wurden verlassen. Wegen dieser und weiterer Vorgaben müssen zukünftig sprachgeführte AED-Geräte umprogrammiert werden.
Die Neufassung der Empfehlungen wurde als notwendig angesehen, weil bisher nur 10 Prozent der Reanimationen erfolgreich verlaufen - Analysen ergaben unter anderem, dass in 80 Prozent am Notfallort anwesende Zeugen nicht bereit und fähig waren, erste Maßnahmen zu ergreifen.
Die neuen Eckpunkte für die Reanimation, die auf den Richtlinien des ERC (European Resuscitation Council) basieren, wurden im April 2006 vom Vorstand der Bundesärztekammer verabschiedet. Sie sind damit für Deutschland verbindlich. Ausführlich beschreibt sie Professor Peter Sefrin in der Ärztezeitung Online.
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| Donnerstag, 20. April 2006 |
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Zum Schutz vor Lärm gelten seit Februar 2006 europaweit verbindlich niedrigere Grenzwerte. Die neu gefasste EU-Lärm-Richtlinie verlangt, dass bereits ab einer durchschnittlichen Lärmbelastung von 80 Dezibel(A) am Arbeitsplatz Gehörschutz zur Verfügung steht. Ab 85 Dezibel(A) besteht Tragepflicht. Die früheren Werte hatten jeweils 5 Dezibel mehr betragen. Durch die neuen Grenzwerte wird die Schallenergie, die auf das Ohr einwirkt, mehr als halbiert.
60 Millionen Arbeitnehmer in Europa sind während eines Viertels ihrer Arbeitszeit Lärm ausgesetzt, schätzen Fachleute. Lärmschwerhörigkeit gehört in der Europäischen Union zu den häufigsten Berufskrankheiten. Das bleibt nicht ohne Folgen, auch beim Geld: Im Jahr 2004 mussten die Berufsgenossenschaften in Deutschland rund 162 Millionen Euro für die Behandlung und Kompensation lärmbedingter Berufskrankheiten aufwenden.
Ein Novum ist der Expositionsgrenzwert, den die neue Richtlinie enthält: Er bezieht die Dämmwirkung des persönlichen Gehörschutzes mit ein, steht also für die tatsächliche Lärmbelastung der Ohren unter Alltagsbedingungen.
Den Text der EU-Richtlinie und eine Fülle weiterer Informationen hält die Berufgenossenschaft Metall Süd im Internet bereit.
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Influenza, SARS, Vogelgrippe - Atemschutzmasken sind sinnvoll und notwendig, um die Infektionsgefahr zu bannen. Doch nicht alles, was irgendwie Mund und Nase bedeckt, schützt auch tatsächlich.
Eine kürzlich veröffentliche Untersuchung von S. Dreller und Koautoren zeigt, dass die Mehrzahl der im Handel verbreiteten Mund-Nase-Schutzmasken und -tücher nicht hinreichend gegen luftgetragene Infektionserreger schützen. Von 16 für eine Studie willkürlich ausgewählten Produkten erfüllten nur drei die essentiellen Kriterien der DIN EN 149. Diese europäische Norm definiert Anforderungen an den Atemschutz, wie sie in der Arbeitswelt gelten: Zum einen darf der Durchlassgrad des Filtermaterials nicht zu hoch sein; zum anderen muss die Maske gut am Gesicht des Trägers anliegen.
Der Ausschuss für biologische Arbeitsstoffe (ABAS) beim Bundeswirtschaftsministerium empfiehlt deshalb, zur Influenza-Vorbeugung Masken zu tragen, die den gleichen Leistungskriterien wie im Arbeitsschutz genügen.
Sonst könnte sich die vermeintliche Vorsorge als trügerische Illusion erweisen.
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| Donnerstag, 19. Januar 2006 |
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Die Neufassung der Technischen Regel für Gefahrstoffe, TRGS 900, ist im Bundesarbeitsblatt 01/2006 veröffentlicht worden, meldet das Haufe-Arbeitsschutz-Portal. Die neue Vorschrift listet rund 300 verschiedene Luftgrenzwerte auf, die für Gefahrstoffe am Arbeitsplatz gelten.
Die maßgeblichen EU-Regelungen verwenden ein Grenzwertesystem, das sich ausschließlich am Gesundheitsschutz orientiert. Es wurde mit der Novelle der Gefahrstoffverordnung zum Jahresbeginn 2005 eingeführt und machte auch die Neufassung der TRGS 900 notwendig. Die bisherigen Luftgrenzwerte "MAK" (Maximale Arbeitplatzkonzentration) und "TRK" (Technische Richtkonzentration) entfallen. Dafür werden Arbeitsplatzgrenzwerte ("AGW") definiert, die sehr häufig den schon bisher gesundheitsbasierten MAK-Werten entsprechen.
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| Mittwoch, 11. Januar 2006 |
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"Man mag mir alle Ingredienzien eines Gerichts herzählen", zitiert 3Sat den Philosophen Immanuel Kant, "auch die Gesundheit dieses Essens mit Recht rühmen: Ich stopfe mir die Ohren zu, bin gegen all diese Gründe taub und versuche das Gericht an meiner Zunge und meinem Gaumen. Und danach fälle ich mein Urteil."
Eine ganze Themenwoche unter dem Motto "Wahrhaft nahrhaft" widmet der Fernsehsender vom 11. bis 18. Januar dem Thema Ernährung. Die Welt der Sterne-Köche, Essstörungen, Übergewicht bei Kindern, Spielfilme, ein Besuch im Museum, Interviews mit Wissenschaftlern oder eine Reportage über einen rollenden Tante-Emma-Laden gehören zu den insgesamt 25 Programmpunkten. Sogar 3Sat's Börsensendung nimmt sich des Themas an.
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| Samstag, 26. November 2005 |
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Das Ausmaß der Umweltkatastrophe in Nordostchina komme langsam ans Licht, berichtet die Financial Times Deutschland. Die Konzentration von Nitrobenzol im Flusswasser bei Harbin habe laut Nachrichtenagentur Xinhua das 33fache der zulässigen Grenzwerte erreicht.
Nitrobenzol ist in Wasser kaum löslich, schwimmt also eher darauf. Es kann durch die Haut, über die Atemwege und das Verdauungssystem in den menschlichen Organismus gelangen. Im Blut wandelt es den roten Blutfarbstoff Hämoglobin so um, dass er keinen Sauerstoff mehr transportieren kann. Es stört die Funktion des Nervensystems und führt zu Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen, Benommenheit, Lähmungen, Atmungsstörungen und motorischer Unruhe. Die akute Vergiftung mit mehreren Gramm ist tödlich. Bei chronischer Nitrobenzol-Vergiftung treten Blutschädigungen, Gelbsucht, Leberschäden und Hautausschläge auf.
Aus dem Magen kann Nitrobenzol durch Spülung mit Paraffin entfernt werden. Bei einer schweren akuten Intoxikation sind intensivmedizinische Maßnahmen erforderlich.
Nitrobenzol wird als Zwischenprodukt oder Zusatzstoff in der chemischen und pharmazeutischen Industrie gebraucht, um z. B. Farbstoffe oder Sprengstoffe herzustellen. In Deutschland gilt ein
strenger Arbeitsplatz-Grenzwert (früher MAK-Wert): 5 mg/m³ bzw. 1 ml/m³ (ppm).
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| Donnerstag, 11. August 2005 |
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Schwerhörigkeit durch Lärm ist in Deutschland seit 1929 als Berufskrankheit anerkannt. Doch Lärm schadet nicht nur den Ohren. Viele Funktionen des Körpers, vor allem des vegetativen Nervensystems, werden durch Lärm negativ beeinflusst.
Seit Februar 2003 gibt es eine Neufassung der EU-Richtlinie zum Schutz vor der Gefährdung durch Lärm. Ihre Umsetzung in Deutschland ist 2006 im Rahmen einer Verordnung geplant, die auch andere physikalische Einwirkungen einschließt, nämlich Vibrationen und elektromagnetische Felder.
Generell bringt die neue Richtlinie eine Senkung der Auslösewerte für Lärmschutzmaßnahmen um 5 Dezibel mit sich. Neu eingeführt wurde ein Expositionsgrenzwert, der die Dämmwirkung des persönlichen Gehörschutzes einbezieht. Er steht also für die Lärmbelastung, die bei exponierten Personen im Alltag tatsächlich 'ankommt'.
Aktuelle Fassungen der EU-Richtlinien sowie Hinweise zur Umsetzung im Betrieb finden sich zum Beispiel auf den Downloadseiten der BG Metall Süd.
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Das American College of Occupational and Environmental Medicine (ACOEM) hat die Ergebnisse einer neuen Studie vorgestellt. Im Frühjahr 2004 waren 174 Führungskräfte aus dem Human-Resources-Bereich und dem betrieblichen Gesundheitswesen US-amerikanischer Unternehmen befragt worden, nach welchen Kriterien betriebliche Entscheidungen, Grundsätze und Programme zum Thema Gesundheit getroffen werden.
Unter anderem sollten die Befragten angeben, zu welcher Philosophie über die Gesundheit der Mitarbeiter sie neigten. Drei von fünf Auswahl-Antworten wurden am häufigsten gegeben:
"Die Mitarbeiter gesund zu erhalten ist entscheidend für den geschäftlichen Erfolg. Es ist unsere Pflicht dafür zu sorgen, dass sie sicher und wohlauf sind", sagen 47 Prozent der Befragten. "Die Mitarbeiter sind selbst für ihre Gesundheit verantwortlich. Unsere Aufgabe ist es, ihnen die Werkzeuge dafür bereitzustellen, ohne ihnen vorzuschreiben, wie sie zu leben haben", finden 35 Prozent. "Gesundheit ist eine Komponente des Humankapitals. Wenn wir dafür aufkommen, werden die Mitarbeiter den Wert ihrer Gesundheit schätzen", entspricht für 13 Prozent am ehesten der eigenen Philosophie.
Gar nicht ausgewählt wurden die Annahme, dass Arbeitgeber überhaupt keine Gesundheitsmaßnahmen anbieten sollten, und die Aussage, Gesundheitsangebote seien nur von Bedeutung, um talentierte Mitarbeiter anzuwerben.
'How Companies Consider Value in Health Policy and Design: Results of the Survey of Employer Decision-making for Health and Productivity', lautet der komplette Titel der Studie, die von Aventis gesponsert wurde. Man kann sie von der Website des ACOEM herunterladen.
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Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (DHS) weist in ihrem 'Jahrbuch Sucht 2005' auf positive und negative Trends hin:
- Der Alkoholkonsum geht zurück. Die Menschen sind sich zunehmend der Gefährlichkeit bewusst. Die Zahl der Todesopfer bei alkoholbedingten Verkehrsunfällen hat sich seit 1995 halbiert.
- Die Zahl der Raucher ist massiv zurückgegangen. Der Umgang mit Tabak hat einen völlig veränderten Stellenwert; Rauchen ist eigentlich schon „out“.
- Weniger Konsumenten harter Drogen sterben einen unnötig frühen Tod, die Zahlen entsprechen wieder denen der 80er Jahre.
- Der Konsum von Heroin und Partydrogen nimmt ebenfalls weiter ab.
- Leider fangen Kinder immer früher an, Suchtmittel zu konsumieren.
- Es gibt eine "Scherenbewegung": Immer mehr Menschen konsumieren bewusster und weniger, dafür konsumiert der andere Teil der Gesellschaft exzessiver - acht Prozent der Bevölkerung trinken 40 Prozent der Gesamtmenge.
- Der Cannabiskonsum steigt weiter. Es handelt sich um ein typisches Phänomen Jugendlicher und junger Erwachsener. Bei der Prävention sind vor allem Aufklärung und Sachlichkeit gefragt.
- Ess-Störungen treten in jüngeren Jahren auf als früher. In den meisten Fällen liegt das "Einstiegsalter" unter 15 Jahren.
Weitere Daten, Fakten, Argumente und Downloads finden sich auf den Seiten der DHS.
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Beinahe schien es, als ob die Ausrottung des Polio-Virus im Jahr 2004 gelingen könnte - ein lang und beharrlich verfolgtes Ziel der Weltgesundheitsorganisation. Inzwischen sind in Afrika und Saudiarabien wieder neue Fälle der Infektionskrankheit aufgetreten, die fälschlicherweise auch Kinderlähmung genannt wird, obwohl sie Erwachsene ebenso befällt. Vor kurzem ist die Krankheit auch im Jemen wieder aufgeflackert, meldet die New York Times. Experten führen die Neu-Erkrankungen im Jemen darauf zurück, dass dort der Transitverkehr von und zu den Golf-Staaten und in den Sudan besonders stark ist.
Für Reisende ist die vorsorgliche Impfung gegen Polio, die lediglich alle zehn Jahre aufgefrischt werden sollte, nach wie vor empfehlenswert, wenn sie in den nahen Osten oder nach Afrika reisen. Und wer nicht mindestens vier Polio-Impfungen im Impfpass eingetragen hat, sollte die Immunisierung unbedingt vervollständigen, auch wenn keine Reise in ein Polio-Gebiet geplant ist.
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| Donnerstag, 7. April 2005 |
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Teilchen, die fein in der Luft verteilt sind, können aus festen Stoffen (Stäuben) oder Flüssigkeiten (Nebel) bestehen. Luftinhaltsstoffe, die in dieser Form auftreten, nennt man auch Aerosole. Neben den natürlich auftretenden Aerosolen (z.B. Seesalz der Meere, aufgewirbeltem Saharasand oder Pollen) spielen von Menschen erzeugte Immissionen, vor allem Verbrennungsprozesse, eine wichtige Rolle.
Rund 80 Prozent der nicht-natürlichen Staub- und Nebelteilchen in der Luft stammen aus Straßenverkehr, Industrieprozessen und Hausheizungen. Der motorisierte Straßenverkehr dominiert vor allem bei den sehr kleinen Teilchen, die tief in die feinsten Lungenverästelungen eindringen, mit mehr als 50 Prozent. Wesentlich sind daran die Dieselemissionen beteiligt, von denen rund 65 Prozent aus dem Nutzfahrzeugsektor kommen.
Für Staubbelastungen bei der Arbeit gelten strenge Vorschriften, um durch technische Schutzmaßnahmen und Vorsorgeuntersuchungen die Arbeitnehmer vor Staublungenerkrankungen, Asbestose, allergischen Lungenkrankheiten oder gar Lungenkrebs zu schützen.
Umweltmedizinisch betrachtet schädigen Staub- oder Rußpartikel in der Luft vor allem Atmung, Herz und Kreislauf. Das Risiko, eine Allergie zu bekommen, nimmt zu. Allergische Symptome, z. B. bei Heuschnupfen, werden verschlimmert. Besonders Menschen mit schweren Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind betroffen.
Individuell betrachtet ist das gesundheitliche Risiko durch die Belastung mit Feinstaub alles in allem vergleichsweise gering. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung in Deutschland könnten jedoch jährliche mehrere tausend vorzeitige Todesfälle durch die konsequente Reduzierung der Fein- und Ultrafeinstäube in der Luft vermieden werden.
Fakten und Daten zur Feinstaub-Problematik kann man z. B. beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit nachlesen.
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...sollte man nur ganz frische Eier verwenden. Sonst könnten Erbrechen und Durchfall die Osterfreude trüben. Ungefähr jedes zweihundertste Ei ist auf der Schale oder im Inneren mit Salmonellen behaftet. Die verursachen gefährliche Magen-Darm-Infektionen, wenn sie lang genug die Chance hatten, sich zu vermehren. Deshalb dürfen Eier, die roh verarbeitet werden, maximal zehn Tage alt sein.
Hygienetipps rund ums Ei (z. B. wie man das Legedatum aus dem Verpackungsaufdruck ermittelt) gibt Gesundheit.de.
Weil rohe Hühnereier eine so große Rolle bei der Verbreitung von Salmonellen spielen, gibt es seit 1994 sogar eine Hühnereier-Verordnung. Sie enthält Regeln für Produktion, Lagerung, Transport und gewerbliche Verarbeitung von Eiern. Ihre wichtigsten Inhalte fasst das nordrhein-westfälische Verbraucherschutz-Ministerium zusammen.
Eine Fülle von Eier-Daten und -Fakten bietet die Landwirtschaftskammer Hannover und gibt ebenfalls praktische Tipps zum richtigen Umgang mit Eiern. Ihr Fazit: Ein klares "Ja" zum klassischen Osterei!
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| Mittwoch, 16. Februar 2005 |
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Gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts schien die Stadt New York der Typhus-Epidemien Herr geworden zu sein, die jahrelang viele Opfer gefordert hatten. Dann brach 1904 in einem wohlsituierten Haushalt in Oyster Bay auf Long Island erneut Typhus aus. Die Behörden vermuteten, dass die Köchin des Hauses, Mary Mallon, die Krankheit übertragen hatte. Bevor sie jedoch untersucht werden konnte, war sie verschwunden. Mehrere Jahre arbeitete sie in verschiedenen Haushalten und verbreitete dabei die Seuche. Nach einem dreijährigen, von den Behörden erzwungenen Sanatoriumsaufenthalt wurde sie nur gegen das Versprechen entlassen, nie wieder als Köchin zu arbeiten. Kurz danach verschwand sie erneut und kochte unter falschem Namen. 1915 führte ein Typhusausbruch in einem New Yorker Krankenhaus wieder auf ihre Spur.
Anthony Bourdain, New Yorker Küchenchef und Enfant Terrible der Gastro-Szene, wurde als Autor mit dem Buch "Geständnisse eines Küchenchefs" berühmt, in dem er teils autobiografisch und in drastischen Bildern erzählt, "was Sie über Restaurants nie wissen wollten". Er beschreibt die Geschichte der Mary Mallon aus der Insider-Perspektive, schildert die Arbeitsbedingungen einer Köchin in New York zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts und weckt Verständnis, sogar Mitgefühl für eine vom Schicksal grausam geschlagene Frau. Das Buch, das Sozial- und Medizingeschichte mit einem psychologisch scharfen Blick hinter die Küchentür verbindet, gibt es bisher leider nur im amerikanischen Original.
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Schichtdienst, Fahrtätigkeit, Pausenregelung, Kantinenverpflegung: Diabetiker sehen sich am Arbeitsplatz mit einer ganzen Reihe möglicher Probleme konfrontiert. Gibt es Berufe, die für Zuckerkranke gänzlich ungeeeignet sind? Welche Konsequenzen im Job kann es haben, wenn ein Diabetes neu auftritt?
Wenn keine schwerwiegenden Komplikationen oder Begleiterkrankungen vorliegen, können Diabetiker nahezu alle Berufe und Tätigkeiten ausüben, zu denen sie nach Neigung, Begabung, praktischen Fähigkeiten und Ausbildung geeignet sind. Wichtig ist jedoch die Arbeitsgestaltung im Detail. Zu vermeiden sind hohes Eigen- oder Fremdrisiko, etwa durch Absturzgefahr. Berufe, bei denen der Tagesablauf nicht ausreichend planbar ist, sind eher nicht geeignet. Auch während der Arbeitszeit muss es möglich sein, den Blutzucker zu kontrollieren oder schnell etwas zu essen. Vieles hängt vom Kenntnisstand und der Stoffwechselselbstkontrolle des jeweiligen Diabetikers ab - zum Beispiel, ob und in welcher Form Schichtarbeit in Frage kommt.
Neben der laufenden medizinischen Betreuung sind besonders wichtig:
- kompetente Risikobeurteilung durch den Betriebsarzt
- gute Zusammenarbeit von Patient, Hausarzt/Diabetologe und Betriebsarzt
- Schulung des Patienten
- Information für Arbeitgeber und Kollegen, auch für den Notfall
Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft hat ausführliche Empfehlungen zu diesem Thema vorgelegt.
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| Sonntag, 19. Dezember 2004 |
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Für Ernährungsbewusste scheinbar wie gerufen kommen die neuesten Produkte der Lebensmittelindustrie, etwa das Joghurt mit "nur 0,1 Prozent Fett", oder die fettarme Milch, die hilft, "den Cholesterinspiegel zu senken".
Was mit angeblichem Gesundheitsvorteil vermarktet wird, ist jedoch nicht frei von Risiken und Nebenwirkungen. 'Fettarm'-Produkte enthalten oft sehr viel Zucker oder andere aufbereitete Kohlenhydrate, also Energieträger. Je höher der Energiegehalt, desto größer das Risiko der Gewichtszunahme. Wer sich auf weniger fettreiche Kost umstellen will, trifft die bessere Wahl mit einem höheren Anteil von Gemüse, Früchten und Vollkorngetreide. So lautet das Ergebnis einer Untersuchung von Helen La Fontaine und Boyd Swinburn an der australischen Deakin University.
Noch problematischer sind Milchprodukte oder Margarine, die den Cholesterinspiegel senken sollen. Das Fazit der Stiftung Warentest: Diese Lebensmittel wirken ähnlich wie Medikamente. Der Verzehr sollte mit dem Arzt abgesprochen werden. Die den Produkten als Wirkstoff zugesetzten Sterine haben nämlich unerwünschte Effekte: Sie verringern die Menge des wichtigen Provitamins Beta-Carotin im Blut.
Vielleicht sollten die Hersteller ihr Angebot durch einen Brotaufstrich abrunden, der besonders viel Beta-Carotin enthält. Der Claim wäre schon gefunden: "XYZ mit Beta-Carotin. Hilft Krebs verhindern." Zusammen mit einem blutzuckersenkenden Pudding (gegen das Joghurt, siehe oben) hätten wir damit ein ausbaufähiges Basis-Portfolio.
Im Ernst. Lesen Sie unbedingt den hervorragenden Beitrag von Birgit Niemann: Lebensmittel mit Idee - oder die Problematik der neuartigen und funktionellen Lebensmittel am Beispiel phytosterolhaltiger Margarinen.
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| Freitag, 3. Dezember 2004 |
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Was ist Evidenz-basierte Medizin (EBM)? In aller Kürze: Wenn der Doktor seine Entscheidungen an den besten wissenschaftlichen Grundlagen ausrichtet, die er bekommen kann - um seinen Patienten individuell zu helfen.
Eine genauere Beschreibung geben D. L. Sackett und Mitarbeiter.
Kritiker befürchten, EBM könnte, weil sie nach wissenschaftlich gesicherten Standards strebt, zu einer "Kochbuchmedizin" führen, bei der alle nur noch nach Schema F abgefertigt würden. Sie weisen auf die Fehler hin, die auch in wissenschaftlichen Untersuchungen vorkommen. Manche warnen auch vor ihrem Missbrauch als Vorwand für die Einführung von Billigmethoden im Gesundheitssystem. All diese Argumente sind nicht ganz unberechtigt.
Ziel der EBM soll jedoch die nüchterne Bewertung medizinischer Tests und Verfahren sein, um zum Wohle des einzelnen Patienten die wirksamsten, genauesten, effektivsten und sichersten auszuwählen. Und auf diejenigen zu verzichten, die sich als unwirksam, unsicher oder veraltet erweisen.
Hokuspokus ohne Wirksamkeitsnachweis, egal ob pseudowissenschaftlich-technologisch oder alternativ-esoterisch verbrämt, sollte also auf die Dauer keine Chance haben. Medizinisches Wissen muss hinterfragbar sein.
Dazu gehört es, Leitlinien auf der Grundlage wissenschaftlicher Studien zu entwickeln, die auch Laien verstehen - damit sie Krankheiten und Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden besser beurteilen können. Einige gute Beispiele haben Ärzte und Wissenschaftler der Universität Witten/Herdecke ausgearbeitet.
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| Donnerstag, 11. November 2004 |
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Investitionen in Fitnessprogramme für Mitarbeiter zahlen sich offenbar für US-amerikanische Unternehmen aus. Bei einer Umfrage unter 84 großen US-Firmen berichteten 56 Prozent über eine bessere Arbeitsmoral als Ergebnis ihrer Programme. Mehr als 27 Prozent gaben an, dass solche Initiativen zu einer Senkung der Krankheitskosten führten, etwa ein Fünftel beobachtete eine Steigerung der Produktivität und verringerte Fehlzeiten. Die Umfrage wurde von der National Business Group on Health durchgeführt, in der sich viele der größten Arbeitgeber in den USA zu einem Interessenverband zusammengeschlossen haben.
Mit am schwierigsten für die Unternehmen sei es allerdings, mehr Mitarbeiter zur Nutzung der Programme zu bewegen, sagt Helen Darling, die Präsidentin der Vereinigung. Bei ungefähr zwei Drittel der Unternehmen nähmen weniger als 25 Prozent der Belegschaft an den Fitnessprogrammen teil. Drei von zehn gaben an, dass zwischen 25 und 50 Prozent der Mitarbeiter teilnehmen, und nur zwei Prozent berichteten über eine Beteiligung von mehr als der Hälfte der Mitarbeiter.
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