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Medizin
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Freitag, 3. Dezember 2004


Was ist Evidenz-basierte Medizin (EBM)? In aller Kürze: Wenn der Doktor seine Entscheidungen an den besten wissenschaftlichen Grundlagen ausrichtet, die er bekommen kann - um seinen Patienten individuell zu helfen.

Eine genauere Beschreibung geben D. L. Sackett und Mitarbeiter.

Kritiker befürchten, EBM könnte, weil sie nach wissenschaftlich gesicherten Standards strebt, zu einer "Kochbuchmedizin" führen, bei der alle nur noch nach Schema F abgefertigt würden. Sie weisen auf die Fehler hin, die auch in wissenschaftlichen Untersuchungen vorkommen. Manche warnen auch vor ihrem Missbrauch als Vorwand für die Einführung von Billigmethoden im Gesundheitssystem. All diese Argumente sind nicht ganz unberechtigt.

Ziel der EBM soll jedoch die nüchterne Bewertung medizinischer Tests und Verfahren sein, um zum Wohle des einzelnen Patienten die wirksamsten, genauesten, effektivsten und sichersten auszuwählen. Und auf diejenigen zu verzichten, die sich als unwirksam, unsicher oder veraltet erweisen.

Hokuspokus ohne Wirksamkeitsnachweis, egal ob pseudowissenschaftlich-technologisch oder alternativ-esoterisch verbrämt, sollte also auf die Dauer keine Chance haben. Medizinisches Wissen muss hinterfragbar sein.

Dazu gehört es, Leitlinien auf der Grundlage wissenschaftlicher Studien zu entwickeln, die auch Laien verstehen - damit sie Krankheiten und Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden besser beurteilen können. Einige gute Beispiele haben Ärzte und Wissenschaftler der Universität Witten/Herdecke ausgearbeitet.






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