Bei der Herz-Kreislauf-Wiederbelebung im Rahmen der Ersten Hilfe gilt die alte "ABC-Regel" nicht mehr: Erkennt der Ersthelfer nicht sicher, daß ein Patient atmet, ist unmittelbar mit der cardiopulmonalen Reanimation (CPR) zu beginnen. Auf die bislang obligatorische Pulskontrolle wird verzichtet, da sie zu viel Zeit kostet. Die Beatmung erfolgt nun grundsätzlich erst nach 30-maliger Herzdruckmassage. Das Verhältnis Druckmassagen zu Beatmungen wurde neu auf 30:2 festgelegt und ist sowohl für Erwachsenen- als auch für Kinderreanimationen verbindlich. Dabei soll einfach die Mitte des Brustkorbs mit einer Frequenz von 100/min komprimiert werden, das aufwändige Suchen des Druckpunkts entfällt. Bei der vorzuziehenden 2-Helfer-Methode soll alle 2 Minuten gewechselt werden, da der 30:2-Rhythmus sehr anstrengend ist.
Wesentliche Änderungen gibt es auch bei der automatischen externen Defibrillation (AED). Bei einem beobachteten Kreislaufstillstand soll sofort defibrilliert, bei länger als etwa fünf Minuten zurückliegendem Kollaps jedoch zunächst mit der Basisreanimation begonnen werden. Die dreimalige Defibrillation und die Steigerung der Defibrillations-Energie wurden verlassen. Wegen dieser und weiterer Vorgaben müssen zukünftig sprachgeführte AED-Geräte umprogrammiert werden.
Die Neufassung der Empfehlungen wurde als notwendig angesehen, weil bisher nur 10 Prozent der Reanimationen erfolgreich verlaufen - Analysen ergaben unter anderem, dass in 80 Prozent am Notfallort anwesende Zeugen nicht bereit und fähig waren, erste Maßnahmen zu ergreifen.
Die neuen Eckpunkte für die Reanimation, die auf den Richtlinien des ERC (European Resuscitation Council) basieren, wurden im April 2006 vom Vorstand der Bundesärztekammer verabschiedet. Sie sind damit für Deutschland verbindlich. Ausführlich beschreibt sie Professor Peter Sefrin in der Ärztezeitung Online.
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