Für Ernährungsbewusste scheinbar wie gerufen kommen die neuesten Produkte der Lebensmittelindustrie, etwa das Joghurt mit "nur 0,1 Prozent Fett", oder die fettarme Milch, die hilft, "den Cholesterinspiegel zu senken".
Was mit angeblichem Gesundheitsvorteil vermarktet wird, ist jedoch nicht frei von Risiken und Nebenwirkungen. 'Fettarm'-Produkte enthalten oft sehr viel Zucker oder andere aufbereitete Kohlenhydrate, also Energieträger. Je höher der Energiegehalt, desto größer das Risiko der Gewichtszunahme. Wer sich auf weniger fettreiche Kost umstellen will, trifft die bessere Wahl mit einem höheren Anteil von Gemüse, Früchten und Vollkorngetreide. So lautet das Ergebnis einer Untersuchung von Helen La Fontaine und Boyd Swinburn an der australischen Deakin University.
Noch problematischer sind Milchprodukte oder Margarine, die den Cholesterinspiegel senken sollen. Das Fazit der Stiftung Warentest: Diese Lebensmittel wirken ähnlich wie Medikamente. Der Verzehr sollte mit dem Arzt abgesprochen werden. Die den Produkten als Wirkstoff zugesetzten Sterine haben nämlich unerwünschte Effekte: Sie verringern die Menge des wichtigen Provitamins Beta-Carotin im Blut.
Vielleicht sollten die Hersteller ihr Angebot durch einen Brotaufstrich abrunden, der besonders viel Beta-Carotin enthält. Der Claim wäre schon gefunden: "XYZ mit Beta-Carotin. Hilft Krebs verhindern." Zusammen mit einem blutzuckersenkenden Pudding (gegen das Joghurt, siehe oben) hätten wir damit ein ausbaufähiges Basis-Portfolio.
Im Ernst. Lesen Sie unbedingt den hervorragenden Beitrag von Birgit Niemann: Lebensmittel mit Idee - oder die Problematik der neuartigen und funktionellen Lebensmittel am Beispiel phytosterolhaltiger Margarinen.
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