"... ist die intellektuelle, motivationale und integrative Leistung aller Mitarbeiter", definiert der Human-Capital-Club e. V., eine seit 2002 bestehende Vereinigung von Wirtschaftspsychologen und Managern. Humankapital entsteht aus den Elementen Expertenwissen, Kreativität, Organisation, Leistungsbereitschaft, Arbeitsklima, Zufriedenheit, Gesundheit, Führung, Integrität und Kooperation in einem Unternehmen - so der Club. Er fordert, die Entwicklung des Humankapitals zum Unternehmensziel zu machen. Es soll den gleichen Stellenwert in der Unternehmensbewertung erhalten wie das Finanzkapital.
Da sollte, wem die Menschen in einem Unternehmen am Herzen liegen, dasselbe doch im Leibe lachen, dachten wir bisher. Aber ach:
Nun hat eine Jury von Sprachkritikern beschlossen, den Begriff 'Humankapital' als Unwort des Jahres zu geißeln, das sachlich grob unangemessen sei und möglicherweise sogar die Menschenwürde verletze, wie ihren "Informationen zu einer sprachkritischen Aktion" zu entnehmen ist. Der Gebrauch dieses Wortes fördere die primär ökonomische Bewertung aller denkbaren Lebensbezüge. Es degradiere nicht nur Arbeitskräfte in Betrieben, sondern Menschen überhaupt zu nur noch ökonomisch interessanten Größen, heißt es in einer Medienmitteilung.
So wird eine Bezeichnung, die gerade den nicht-monetären Werten in Wirtschaft und Gesellschaft zu mehr Beachtung hätte verhelfen sollen, öffentlichkeitswirksam abgemurkst. Unter die Guillotine! hören wir sie rufen. Weh dem, der künftig noch das 'Unwort' in den Mund nimmt. Vielleicht muss sich der Human-Capital-Club umbenennen. Dabei ist die Idee, die dahintersteckt, doch interessant, oder?
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