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Dienstag, 15. August 2006


Was zwischen Augenlid und Großhirnrinde geschieht und uns bewusst etwas sehen lässt - die visuelle Wahrnehmung - ist höchst komplex und wissenschaftlich ein äußerst spannendes Forschungsgebiet. Das zeigen z. B. die Ergebnisse der alljährlichen 'Tübinger Wahrnehmungskonferenzen'.

Die wissenschaftlichen Ergebnisse sind auch und gerade im Arbeitsalltag wichtig. Ein Beispiel: Nicht nur das gezielte Betrachten der Informationen auf einem Bildschirm kostet Energie (abends ist man müde), sondern auch das Herausfiltern unerwünschter Seheindrücke wie etwa Spiegelungen auf der Oberfläche des Monitors. Gehirn und Wahrnehmungsprozesse werden durch unergonomische Lichtverhältnisse permanent mit unnötiger Arbeit belastet, die Produktivität sinkt, Verspannungen nehmen zu.

Elmar Kühl und Harald Siekmann vom Berufsgenossenschaftlichen Institut für Arbeitsschutz haben jetzt neue Untersuchungsergebnisse vorgelegt, aus denen sich ganz praktische Kriterien für die Gestaltung der Beleuchtung ableiten lassen, um Reflexblendungen bei der Bildschirmarbeit zu vermeiden. Sie zeigen auch die Zusammenhänge zwischen den Darstellungskontrasten und der Erkennbarkeit von Texten. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die einschlägige Norm DIN EN ISO 9241-7 nicht mehr dem heutigen Erkenntnisstand entspreche und überarbeitet werden sollte. (BGIA-Report 5/2006: Blendung an Bildschirmarbeitsplätzen)






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